Glioblastom  -  Aktuell

Nach der Diagnose Glioblastom: Wie geht es weiter ?

Therapie des Glioblastoms: Worauf kommt es an?

“Standard“-Behandlung

Neue Therapien – Übersicht und Links

Erfahrungsberichte

Archiv:  Glioblastom – Aktuell

 

Zuletzt geändert am 24. Oktober 2019

 

Angaben zum Verfasser dieser Webseite finden Sie im Impressum von www.glioblastom-studien.de

 

 

Glioblastom  -  Aktuell

 

 

In diesem Abschnitt werden aktuelle Nachrichten über die Behandlung des Glioblastoms aufgeführt, und zwar solche Themen, die für Patienten von Nutzen sind. Forschungsergebnisse im Labor (in vitro) oder an Tieren (in vivo) werden in der Regel nicht angegeben. Es werden nur Nachrichten aufgeführt, die schon heute klinisch relevant sind.

Nach einiger Zeit kommen die Nachrichten in das Archiv am Ende dieser Seite.

 

Oktober 2019

            Informationstag Würzburg 2019 der Hirntumorhilfe – was gab es?

 

Vortrag Immuntherapie/personalisierte Medizin

Der Schwerpunkt lag auf Forschungsaspekten der Studien NOA16 und NOA21 für IDH-mutierte GBM-Tumore. Bei diesen speziellen Tumoren ist die Überlebenschance zwar deutlich höher als  bei anderen GBM-Tumoren, sie kommen jedoch viel weniger vor. Ergebnisse darüber, ob die Impftherapie bei NOA16 und bei der gerade angefangenen NOA21 Studie wirksam ist, gibt es nicht. Das gilt auch für die GAPVAC-Studie, zu der lediglich gesagt wurde, dass die Studie die Durchführbarkeit gezeigt hätte. Wann weitere Studien mit höherer Patientenzahl kommen werden, ist derzeit nicht bekannt.

 

Vortrag CUSP9v3

CUSP9 zeichnet sich dadurch aus, dass sich GBM-Tumore durch die Behandlung vollständig zurückbilden können. Das hat Prof. Halatsch schon vor mehreren Jahren auf einem DHH-Informationstag an den drei ersten von ihm behandelten Rezidivpatienten gezeigt und das wurde auch jetzt in Würzburg eindrucksvoll anhand von MRT-Aufnahmen nachgewiesen: Nach einer Zeit von Wochen oder Monaten ist das anfangs noch deutlich erkennbare Rezidiv verschwunden.

 

Bei 4 von den 10 Teilnehmern der CUSP9v3-Studie ist jetzt nach mehr als 15 Monaten CUSP9-Behandlung vom Rezidiv nichts mehr zu sehen.

 

Die vollständige Rückbildung tritt nicht immer auf, ist  aber viel häufiger als bei der Standardtherapie, dort kommt das praktisch nicht vor. Bei TMZ, CCNU etc. ist man schon heilfroh, wenn der Tumor sich nicht vergrößert und sieht das als Rettung an, an eine vollständige Rückbildung wie bei CUSP9 wagt man gar nicht zu denken.

 

Es wurde auch die MRT-Aufnahmen eines Tumors gezeigt, bei dem CUSP9 nicht erfolgreich war: Schon vor der Aufnahme in die Studie war ein deutliches Wachstum des Rezidivs zu sehen, das so stark war, dass es mit CUSP9 nicht mehr aufgehalten werden konnte.

Das zeigt, dass CUSP9 am besten wirkt, wenn es möglichst früh eingesetzt wird. Die Studie konnte leider nur Patienten aufnehmen, die schon ein Rezidiv hatten, ich bin der Meinung, dass CUSP9 noch bessere Ergebnisse hat, wenn es vorsorglich eingesetzt wird, bevor ein Rezidiv da ist. Medizinisch gesehen gibt es dagegen keine Einwände.

 

Die CUSP9-Behandlung setzt keine bestimmten Biomarker voraus. Sie kann für Tumore mit und ohne Methylierung, mit und ohne IDH-Mutation eingesetzt werden. Die Nebenwirkungen sind ausführlich dokumentiert, sie sind nicht stärker als  bei anderen Zweit- und Drittlinientherapien. Weitere Einzelheiten zu CUSP9 finden Sie auf dieser Webseite im Abschnitt „Neue Therapien“. Herr Prof. Halatsch informiert Sie gerne über Details seiner Therapie.

 

Bei CUSP9 haben Sie nach den jetzigen Ergebnissen eine große ( ca. 40 % ) Chance, einen Tumor mindestens zeitweise vollständig zurückzudrängen. Die Standardtherapie kann das nicht. Bitten Sie Ihren Arzt,  diese einmalige Chance auf Lebenszeitverlängerung mit Ihnen zusammen wahrzunehmen.

 

Allgemein

Bei  mehreren Vorträgen konnte man den Eindruck gewinnen, als ob es  bei der Bekämpfung des Glioblastoms ganz entscheidend und vorrangig auf Studien ankäme. Eine solche Einschätzung trifft nicht die Wirklichkeit. Notwendig ist in der GBM-Bekämpfung zuerst die Erarbeitung eines neuen Therapiekonzepts, da die derzeit vorhandenen überhaupt nicht ausreichen. Ohne die Entwicklung neuer Ideen geht überhaupt nichts. Wenn dann ein neues Therapiekonzept erstellt ist, wird es zunächst in individuellen Heilversuchen eingesetzt, und erst wenn diese positiv sind, kommen Studien als letzter Schritt. Studien sind nachrangig. Fortschritt kommt nur durch neue Ideen, nicht durch Studien.

 

Es war ferner mein Eindruck aus mehreren Vorträgen, dass von manchen Ärzten in der Hinwendung zu „personalisierten“, also auf einen einzelnen Patienten bezogenen Therapien ein Ausweg aus den jahrelangen  Fehlschlägen bei zielgerichteten (targeted) GBM-Therapien gesehen wird. Dies lässt sich nicht begründen. Die Wirkungsweise von zielgerichteten Therapien wird nicht dadurch anders und weniger erfolglos, dass man sie personalisiert. 

 

Vielmehr dürfte es so sein, dass zielgerichtete Therapien generell kein geeignetes Therapiemittel gegen Krebs sind, worauf schon Gatenby vor vielen Jahren hingewiesen hat:

„Why  targeted therapy does not work“  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22695393. „Der Blick fürs Wesentliche“ in Spektrum der Wissenschaft 2013 /8 / S. 22.

 

Speziell für das Glioblastom wird in https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31541850  ganz aktuell festgehalten, dass dieser Tumor so viele verschiedene molekulare Wirkungspfade hat, dass es keinen Sinn macht, ihn  mit einer nur auf einen einzigen Wirkungspfad ausgerichteten Therapie  zu bekämpfen. Der Tumor hat immer genügend Ausweichmöglichkeiten, wenn nur ein einziger Wirkungspfad angegriffen wird. Dies führt dazu, und das wurde im CUSP9-Vortrag deutlich gemacht, dass es viel aussichtsreicher ist, gleichzeitig möglichst viele Wirkungspfade anzugreifen, dann kann der Tumor nicht mehr ausweichen:  Das ist das CUSP9-Konzept. Die bisherigen klinischen CUSP9-Ergebnisse stützen dieses Konzept. Temodal allein ist oft erfolglos. Wenn man mit neun zusätzlichen Medikamenten gegen die Ausweichmöglichkeiten und Überlebenswege des Tumors angeht, kann es, auch bei fehlender Methylierung, zu einer Einschränkung oder Rückbildung des Tumors kommen.

 

September 2019

            Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

            Vor einigen Jahren hat man gefunden, dass Neuronen (Nervenzellen) mit GBM-Tumorzellen wechselwirken.   https://www.nature.com/articles/cr201565 . Zu diesem Thema ist jetzt eine weitere Veröffentlichung erschienen, auf Deutsch, die zwar keine

sofortigen klinischen Auswirkungen haben dürfte, aber anschaulich eine neue Forschungsrichtung beim Glioblastom beschreibt.

            https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2019/dkfz-pm-19-41c-Nervenzellen-feuern-Hirntumorzellen-zum-Wachstum-an.php

                Einen Überblick auf Englisch findet man in: https://www.nature.com/articles/d41586-019-02746-7

 

September 2019

            Der nächste Informationstag der Deutschen Hirntumorhilfe ist am 19. Oktober 2019 in Würzburg.

            https://www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag/anmeldung/

 

Juni 2019

Kommentar zur DHH-StellungnahmeTumortherapiefelder

 

Die Deutsche Hirntumorhilfe hat in https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/dhh-stellungnahme-tumortherapiefelder-14252.html eine neue kontrollierte TTF-Studie gefordert und schreibt dazu im vorletzten Absatz “…..ändert dies nichts an der Tatsache, dass eine weitere klinische Studie mit echter Kontrollgruppe aussteht und es solange keinen ausreichenden Beleg für den Nutzen der Elektrohaube gibt.“

Mein Kommentar dazu ist:

Eine Studie mit Kontrollgruppe ist nicht der einzige Weg zu ermitteln, ob eine neue Therapie den Patienten nützt oder nicht.

Dass eine Behandlung den Patienten helfen kann lässt sich praxisgerecht mit einer Beobachtungsstudie feststellen, bei der als Vergleich die Ergebnisse an Patienten dienen, die nicht mit der neuen Therapie behandelt wurden.

Solche Vergleichsergebnisse mit der Standard- oder anderen Therapien sind für das Glioblastom vorhanden, sie sind in vielen Krankenberichten dokumentiert.

Vorteil einer Beobachtungsstudie

Eine Beobachtungsstudie hat den großen Vorteil, dass die Kontrollgruppe entfällt.

Kein Patient will in eine Kontrollgruppe. In einer Kontrollgruppe wird den Patienten die zu testende, möglicherweise bessere Therapie des Verumzweiges vorenthalten.

Ohne Kontrollgruppe schrecken Patienten nicht mehr vor Studien zurück. Studien werden daher früher beendet, Ergebnisse liegen früher vor, Patienten werden früher von einer neuen Therapie profitieren. Kein Patient mit der Horrordiagnose Glioblastom versteht, warum dieser zum Wohle des Patienten realisierbare Zeitgewinn nicht durch den Einsatz von Beobachtungsstudien anstelle randomisierter Studien realisiert wird.

Es ist eingewendet worden, man würde bei Beobachtungsstudien Daten vergleichen, die zu verschiedenen Zeiten entstanden sind, sodass aufgrund medizinischer Weiterentwicklung ein Vergleich falsche Ergebnisse liefern könnte. Dieses Argument ist nicht stichhaltig. Die medizinische  Entwicklung läuft nicht so schnell, als dass aktuelle Jahresdaten als Vergleich nicht ausreichend wären. Zudem weise ich auf die  Cochrane-Studie in 2014 hin: “on average, there is little evidence for significant effect estimate differences between observational studies and RCTs“  https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.MR000034.pub2/full .

Eine systematische Auswertung der GBM-Krankenberichte bei allen Kliniken gibt es meines Wissens bisher nicht. Solch eine Auswertung  ist  Aufwand, ist jedoch grundsätzlich nichts Neues: Es erscheinen immer wieder Berichte von Ärzten, in denen retrospektiv klinische Krankenberichte ausgewertet werden. Wenn man Analysen von GBM-Behandlungen jahrweise zusammenfasst, hat man für jede neue Therapie einen aktuellen Vergleich zu Verfügung. Kosten entstehen natürlich, dafür entfallen die Kosten für die Behandlung in der Vergleichsgruppe.

Bedeutung für TTF

Es wird zurzeit eine Beobachtungsstudie für TTF durchgeführt: TTFields In Germany in Routine Clinical Care (TIGER) NCT03258021. Wenn man deren Ergebnisse mit den in Krankenberichten dokumentierten GBM-Behandlungen ohne TTF vergleicht, wird man erkennen, ob TTF den Patienten hilft oder nicht. Damit erübrigt sich eine weitere klinische Studie mit Kontrollgruppe.

Im Übrigen möchte ich anmerken, dass man bei der Diskussion über TTF nicht übersehen sollte, dass es Therapieansätze gibt, die eine bessere Wirkung beim GBM haben könnten als TTF. Während TTF beim Rezidiv keinen Erfolg hat, wirken z.B. CUSP9 und die intratumorale O3-O2-Therapie im Rezidiv klinisch deutlich besser als andere Rezidiv-Therapien. Beide Behandlungen könnten in der Erstlinie zu dem Fortschritt führen, der auf der Plenarsitzung der DGNC in Würzburg so vehement von prominenten Rednern eingefordert wurde.

 

Mai 2019

            CUSP9 auf der DGNC-Jahrestagung

            Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in Würzburg gab es am 13. Mai einen Posterbeitrag zu CUSP9v3, in dem der aktuelle Stand der Therapie dargestellt wurde:

 

Conclusion: With close ambulatory monitoring and drug schedule adaptations according to individual side effects, CUSP9v3 appears to be a safe protocol. Assessment of efficiency is preliminary but suggests good tolerability. The 12-month progression-free survival of recurrent disease in this study is 50%. The mean PFS in the survivor-group is 21.5 months. In light of the encouraging results of this proof-of-concept trial, the planning of a phase II trial is already in progress.

 

Einzelheiten zu den Krankheitsverläufen der 10 Patienten finden Sie weiter unten im Abschnitt “Neue Therapien-Übersicht und Links“.

 

Mai 2019

            Aktuelle Meldungen zu Studien und Veröffentlichungen

            Nivolumab hilft nicht beim Primärtumor https://news.bms.com/press-release/corporatefinancial-news/bristol-myers-squibb-announces-phase-3-checkmate-498-study-did

                Depatuxizumab Mafodotin (ABT – 414) hilft nicht beim Primärtumor https://news.abbvie.com/news/press-releases/abbvie-provides-update-on-depatuxizumab-mafodotin-depatux-m-an-investigational-medicine-for-newly-diagnosed-glioblastoma-an-aggressive-form-brain-cancer.htm.

Regorafenib zeigt enttäuschende Ergebnisse in der Praxis. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30820715 ; https://academic.oup.com/neuro-oncology/advance-article/doi/10.1093/neuonc/noz071/5476431;

 

April 2019

            Diagnose Hirntumor: Ein Ulmer Lehrer kämpft um sein Leben. Bericht in der Augsburger Allgemeinen (Neu-Ulmer Zeitung)

            Die Frau des Patienten berichtet, wie sie ihrem Mann mit CUSP9v3 hilft, außerhalb der Studie.

            https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Diagnose-Hirntumor-Ein-Ulmer-Lehrer-kaempft-um-sein-Leben-id54075451.html

 

Ich habe in einem Leserbrief folgenden Kommentar geschrieben, der am 24. April 2019 in der Neu-Ulmer Zeitung auf S. 31 abgedruckt wurde unter dem Titel

Politik muss Regeln für Therapien ändern  Zu „Ein Lehrer kämpft um sein Leben“ vom 16. April:

 

Der Artikel zeigt an einem Beispiel, wie stark ein von der wissenschaftlichen Arbeitsweise bestimmtes Denken heute in die Medizin eingedrungen ist und die eigentliche Aufgabe des Arztes verdrängt, einzig für das Wohl der Patienten da zu sein. Bei einer Krankheit wie dem Glioblastom mit einer unter der derzeitigen Standardtherapie erwarteten medianen Überlebenszeit von nicht mehr als circa 15 Monaten kann nicht akzeptiert werden, dass möglicherweise besser wirkende Therapien mehr als fünf Jahre von den Patienten ferngehalten werden, mit der Begründung, es müsse ja alles erst wissenschaftlich ganz genau untersucht werden. Es ist eine politische Aufgabe, die vorgegebenen Regeln der sogenannten evidenzbasierten Medizin so zu ändern, dass solche Therapien wie die von Professor Halatsch bei den Patienten viel früher als jetzt und mit finanzieller Unterstützung durch die Kassen zum Einsatz kommen. Dr. Claus Voigt, Stuttgart

           

April 2019

            Fallbericht: Erfolgreiche Behandlung mit CUSP9v3

           

            Ein Teilnehmer der in Ulm laufenden CUSP9v3 Studie berichtet über seine Erfahrungen. Beginn der Behandlung :Nov. 2016, vor 2 1/4 Jahren.

Zwei Punkte sind hervorzuheben:

1.      Es gab von Anfang an nur geringe Nebenwirkungen, Stand April 2019: “ Es gibt weiterhin gute Neuigkeiten: kein Neuwachstum laut MRT vom 26.04.2019. Wie immer freue ich mich riesig!.“

                                                                                 

2.      Aufgrund dieses Erfolges (komplette Remission) finanziert der Sponsor die Behandlung dieses Patienten auch über das Studienende hinaus.

 

https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/erfahrungen-mit-cusp9v3-12116.html

 

            CUSP9 wird weiter unten im Abschnitt “Neue Therapien“  ausführlich beschrieben.

           

            Die CUSP9v3 Studie hat inzwischen die Rekrutierung beendet. Es war eine Studie für GBM-Rezidive. Ein Hausarzt oder ein Internist können CUSP9 als individuellen Heilversuch durchführen, auch

beim Primärtumor.

 

April 2019

            Methadon – neue Laborergebnisse

           

            Anfang April wurde in einer Pressemitteilung des Uni-Klinikums Leipzig eine Pressemitteilung veröffentlicht: Leipziger Studie: Methadon bei Krebstherapie von Hirntumoren unwirksam.

https://www.uniklinikum-leipzig.de/presse/Seiten/Pressemitteilung_6723.aspx (Originalarbeit: D,L-Methadone does not improve radio- and chemotherapy in glioblastoma in vitro. Oppermann H., u.a., Cancer Chemother Pharmacol. 2019 Mar 19 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30888463)

 

Die Messergebnisse aus Leipzig wurden von Frau Dr. Friesen und Herrn Dr. Hilscher sehr ausführlich analysiert. Die Autoren kommen zu dem unerwarteten Ergebnis: „Leipziger Studie stützt Methadon-Hypothese!“

„Fazit

Wenn man die zu erreichenden Gewebespiegelkonzentrationen von Methadon mit einbezieht, die für die Wirkung von Methadon im Gewebe aussagekräftig sind, kann diese In-vitro-Studie die Hypothese bestätigen, dass Methadon Glioblastomzellen ohne MGMT-Promotor-Methylierung zerstören kann, gerade wenn die Standardtherapie mit Temozolomid und Bestrahlung fehlschlägt, aber auch zusätzlich die Standardtherapie verstärken kann.“

(https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2019/daz-15-2019/leipziger-studie-stuetzt-methadon-hypothese?fb=)

 

Februar 2019

            CeTeG-Studie (=TMZ+CCNU) veröffentlicht.

 

In der CeTeG-Studie wurden GBM-Patienten mit positiver Methylierung gleich nach der OP mit TMZ+CCNU (Lomustin) behandelt. Nachdem die Kurzfassung der Ergebnisse (Vortragsabstrakt) bereits vor mehr als einem Jahr erfolgte, sind jetzt die ausführlichen Daten bekanntgemacht worden: bei methylierten Tumoren wird das mediane Überleben mit TMZ+CCNU auf 48.1 Monate im Vergleich zu 31,4 Monaten bei alleiniger TMZ-Anwendung erhöht.

Das CeTeG-Anwendungsschema finden Sie auf dieser Webseite in der GBM-Aktuell-Meldung im Archiv vom Nov. 2017 und in der Beschreibung der „Standard-Behandlung“.

 

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31791-4/fulltext#%20

Herrlinger, U., u.a. Lomustine-temozolomide combination therapy versus standard temozolomide therapy in patients with newly diagnosed glioblastoma with methylated MGMT promoter (CeTeG/NOA–09): a randomised, open-label, phase 3 trial

 

Es ist bedauerlich, dass die guten CeTeG-Ergebnisse erst so spät ausführlich bekanntgemacht werden, sie liegen ja bereits seit Herbst 2017 vor.  Denn es ist so, dass einigen Ärzten ein Vortragsabstrakt nicht genügt, um über den Einsatz einer noch nicht zugelassenen Behandlung zu entscheiden, sie möchten mehr wissen. Daher wäre eine frühere ausführliche Bekanntmachung notwendig gewesen, um Patienten möglichst früh helfen zu können. Eine Bekanntmachung kann auch ohne Veröffentlichung in einer Zeitschrift erfolgen.

 

 

 

 

Nach der Diagnose Glioblastom: Wie geht es weiter ?

 

 

                       

Erster Schritt:   Lokale Behandlung des sichtbaren Tumors

 

1.      Operation

Das Ziel ist, einen möglichst großen Teil des im MRT sichtbaren Tumors zu entfernen. Die Hirntumoroperation ist ein Standardverfahren jeder Neurochirurgie.

 

Anstelle einer Operation können die Therapien 2. oder 3. eingesetzt werden:

2.      Photodynamik (PDT)

Mit der PDT können kleine Tumore zerstört werden. Der Tumor muss dazu kleiner als 3,5 cm und gut gegen das gesunde Gewebe abgegrenzt sein. Die PDT wirkt mit Hilfe optisch aktivierter toxischer Prozesse und zerstört Tumorgewebe, nicht jedoch gesundes Gewebe. Ein großer Vorteil der PDT ist, dass auch ein konventionell nicht operierbarer Tumor behandelt werden kann.

 

Die PDT ist eine Alternative zur konventionellen Operation, auch bei einem Rezidiv. Durch die Behandlung wird vermutlich auch das Immunsystem stimuliert, hierauf weisen die beobachteten längeren Überlebenszeiten hin.

 

Man muss sich noch vor einer Operation, entscheiden, ob die PDT infrage kommt. Denn wenn bereits operiert wurde, dann kann man keine PDT mehr machen.

 

Zur Zeit kann die PDT in den Uni-Kliniken Münster oder München (LMU) durchgeführt werden.

 

Im April 2019 berichtet ein Patient: …. haben wir uns für eine PDT-Behandlung in Münster entschieden. Anschließend führt meine Frau eine metronomische Temozolomid-Behandlung mit D.L.-Methadon durch, seitdem ist absolut kein Tumorwachstum mehr sichtbar.

 

3.      Intra-tumorale O2 – O3 – Behandlung

Das ist ganz neu, veröffentlicht im September 2018, und wird auf dieser Webseite weiter oben unter den aktuellen Meldungen und weiter unten im Abschnitt “Neue Therapien – Übersicht und Links“ beschrieben. Die Ergebnisse sind sehr ermutigend.

Wenn Sie bereits konventionell operiert worden sind, ohne Anlegen des Gas-Reservoirs, und trotzdem die Sauerstoff-Ozon-Behandlung haben möchten, so ist das dadurch möglich. Dann wird bei Ihnen nachträglich das Reservoir eingesetzt. Neurochirurgisch gesehen ist das ohne weiteres durchführbar, es geschieht wieder unter Narkose. Es wird in der Praxis bereits beim Glioblastom so gemacht.

Es ist meine persönliche Meinung, dass jeder GBM-Patient intensiv mit einem Neurochirurgen prüfen sollte, ob die O2-O3-Behandlung bei ihm eingesetzt werden kann. Die Chance auf deutlich bessere Ergebnisse als bei der Standard-Therapie nach Stupp kann man nicht leichtfertig liegenlassen. Dies gilt insbesondere für Tumore ohne Methylierung. Die O2-O3-Behandlung kann mit einer Chemo-Therapie kombiniert werden.

 

Der klinische Einsatz der intra-tumoralen O2-O3-Behandlung hat jetzt begonnen. Wegen Einzelheiten wenden Sie sich bitte an den Erfinder der Therapie, Herrn Dr. Megele, Amberg. Kontaktdaten im Abschnitt “Neue Therapien“ weiter unten.

 

Wenn der Tumor als nicht operabel bezeichnet wird, was dann ?

 

Wenn die Klinik sagt, der Tumor könne nicht operiert werden, so muss man diese Beurteilung von anderen Kliniken überprüfen lassen. Denn  bei einem Tumor, der operiert wurde, und sei es auch  nur teilweise, ist der Krankheitsverlauf viel besser. Man muss also alles daran setzen, einen Neurochirurgen zu finden, der den Tumor herausschneidet. Man muss diese Suche selbst machen, da kein Neurochirurg seine Beurteilung von einem Kollegen überprüfen lassen wird. Prof. Dr. Peter Vajkoczy, Berlin, ein Neurochirurg,  ermutigt alle Patienten, sich eine Zweitmeinung einzuholen. https://www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag/berlin-2017/impressionen-vom-41-hirntumor-informationstag/podiumsdiskussion-i/ .

 

Auf dem Hirntumor-Informationstag 2015 der Deutschen Hirntumorhilfe in Düsseldorf sagte ein Langzeitüberlebender, dass ihm mehrere Ärzte zunächst einen inoperablen Tumor bestätigt hätten, bevor er dann erfolgreich operiert wurde. https://diagnoseglioblastom.wordpress.com/ , dort Bericht vom Oktober 2015.

 

Ein Patient in den USA hat nur deshalb mehr als 5 Jahre überlebt, weil er der Anfangsdiagnose „inoperabel“ nicht geglaubt und solange bei den Neurochirurgen, insgesamt so etwa 8 – 10, nachgefragt hat, bis er einen gefunden hat, der ihn operierte. If you are told the tumor is inoperable, don't just accept that, get opinions from as many doctors as you can and try to get your case reviewed not just by a regular neurosurgeon, but by a neurosurgeon that has extensive experience with removing brain tumors. https://www.reddit.com/r/cancer/comments/5hfscz/5_years_of_surviving_with_gbm_glioblastoma/.

 

Und noch eine Nachricht von einem Angehörigen im Mai 2018:

Die Probeentnahme wurde in A. gemacht und dort hat der Arzt gesagt, dass er es nicht operieren würde, weil er davon ausgeht, dass mehr Schaden als Vorteile dadurch entstehen.

Wir hatten uns dann von B. eine Zweitmeinung eingeholt, aber da waren wir nicht persönlich, sondern wir hatten nur die Unterlagen hingeschickt. Da kam auch die Rückmeldung keine OP.

Und der Dr heute in C. schaute sich die MRT Bilder an, machte ein paar Test zu Sprache und Bewegung und sagte sofort, dass er operieren würde (Glio Grad 4, "bisher inoperabel"), dass er die OP machen würde, weil er meinen Papa gesehen hat und er sich sicher ist, dass die OP Lebensdauer und Lebensqualität bringen würde. Bisher sind wir von nicht operabel ausgegangen und jetzt diese Aussage!

Und nach der Operation: Jetzt möchte ich mal noch von der OP des "inoperablen" Tumors berichten. Heute war es dann endlich soweit....nach langem Warten und einem glücklichen "Zufall"....weil wir auf einmal einen Arzt gefunden hatten, der sagte, dass der Tumor operabel ist und vorhin kam der Anruf....OP erfolgreich....alles farbgebende Gewebe raus, Bewegung funktioniert alles, Sprache muss geübt werden, Chemo-Medikament ist im Gehirn, Patient ist schon wieder ansprechbar!

 

Und ein anderer Patient schreibt in https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/wie-viel-entlastung-hat-die-op-gebracht-13430.html,  dass er 8 Monate verloren hat, weil ein zunächst als inoperabel eingestufter Tumor dann doch noch operiert werden konnte.

 

Auch wenn ein Neurochirurg einen Tumor nur teilweise entfernt, auch dann soll man noch mehrere andere Neurochirurgen fragen, ob sie den verbliebenen Rest wegoperieren können, es kommt vor, dass das gelingt.

 

Es gibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz hervorragende Neurochirurgen mit sehr viel Erfahrung bei Hirntumoren.

 

Falls es bei der Diagnose ‘nicht operabel‘ bleibt, sollte man prüfen lassen, ob der Tumor mit Hilfe der Photodynamischen Therapie (PDT) entfernt werden kann. Wenn Sie Ihren Arzt nach der Photodynamischen Therapie fragen, so kann es sein, dass er Ihnen dazu nur wenig sagen kann oder will. Dadurch sollte man sich nicht irritieren lassen. Einzelheiten unter „Neue Therapien“ auf dieser Webseite.

 

 

Zweiter Schritt einer GBM-Behandlung

 

Systemische Behandlung der nicht entfernten/zerstörten Tumorteile

Um die mit der lokalen Behandlung nicht erfassten, in der Regel im MRT nicht sichtbaren Tumoranteile zu behandeln, sind systemische Therapien erforderlich, die überall im Gehirn wirken.

 

4.      Kombinierte Chemo/Strahlungstherapie mit anschließender adjuvanter Temodal-Chemotherpie (Stupp-Protokoll)

Diese Standard-Therapie nach Stupp führt zu einem medianen Überleben von nur 14.6 Monaten.

Dieses Ergebnis ist katastrophal. Jeder Patient muss deshalb mit seinem Arzt prüfen, ob folgende Therapien eine bessere Auswirkung auf den Krankheitsverlauf versprechen. Nr. 5, Nr. 6, Nr. 7 und Nr. 8 sind “Neue Therapien“, die als individueller Heilversuch durchgeführt werden.

 

5.      Intra-tumorale O2-O3-Behandlung

Da dieses Verfahren ganz neu ist, werden praktisch alle Patienten ihre Ärzte erst nach der Operation darauf ansprechen, vorher überblickt man die ganze Situation medizinisch noch gar nicht. Wenn Sie der Meinung sind, das Verfahren würde Ihnen helfen, so können Sie ohne Probleme das Gas-Reservoir auch jetzt, nach der Operation, einsetzen und damit die Sauerstoff-Ozon-Therapie ermöglichen. In der Praxis wird das bereits gemacht. Wenden Sie sich wegen Einzelheiten bitte an Herrn Dr. Megele, den Erfinder der Therapie, Kontaktdaten im Abschnitt “Neue Therapien“.

 

6.      Methadon

Ich schlage vor, dass jeder Patient mit dem Arzt bespricht, wie Methadon sofort nach der Operation eingesetzt werden kann. Einzelheiten und Dosierung findet man z.B. in der facebook-Gruppe “Methadon auch ein Krebsmittel ?“.

Aufgrund der ermutigenden Einzelfallberichte ist es leichtfertig, die Chancen durch Methadon außer Acht zu lassen, auch wenn es noch keine Studien gibt. Und zwar unabhängig davon, welchen Methylierungsstatus der Tumor hat. Unter https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/servicezeit/video-methadon-gegen-krebs-100.html finden Sie einen aktuellen Bericht, wie Methadon zwei Hirntumorpatienten geholfen hat.

 

Herr Dr. Treppmann vom MVZ Grevenbroich schreibt unter https://www.mymvz.de/content/methadontherapie-bei-krebserkrankungen.html : „Unter Würdigung der bisherigen Resultate aus vielen Zentren unseres Landes, ist eine Ablehnung der Behandlung und gar Verteufelung der Anwendung von dl-Methadon eine vertane Chance auf eine Erweiterung einer effizienteren Behandlung von bösartigen Krankheiten zum Nutzen der Patienten.“ Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wenn ein Arzt diese Chance auf ärztliche Hilfe bei einem GBM-Patienten nicht wahrnimmt und die Behandlung mit Methadon ablehnt.

 

Den Bericht eines Arztes, der 45 Krebspatienten mit Methadon behandelt, findet man unter https://www.aeksh.de/aerzteblatt/2017/10 , Seite 32.

 

Einen aktuellen Einzelfallbericht (19.7.2018) findet man unter: https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/nicht-zu-erklaeren-einfach-nur-unfassbar-13455.html

 

Frau Dr. Friesen hat ihre Erfahrungen mit Methadon gegen Krebs in einem Vortrag auf deutsch zusammengefasst. Vortrag Frau Dr. Friesen 19.01.2018. Darin heißt es: Die Nebenwirkungen mit Schwindel und Übelkeit klingen meistens nach 3 Wochen ab. Gegen die Verstopfungen empfehlen wir dauerhaft Movicol einzunehmen. Nebenwirkungen sind also kein Thema. Der Vortrag enthält auch eine Liste von Ärzten, die D-/L-Methadon verordnen.

 

Wichtig: Es wird noch mehrere Jahre dauern, bis es Ergebnisse von klinischen Methadon-Studien gibt. Aber es gibt natürlich laufend Ergebnisse von Patienten, die mit Methadon jetzt schon behandelt werden. Diese werden von Frau Dr. Friesen gesammelt claudia.friesen@web.de. Bitte senden Sie die Ergebnisse Ihrer Methadon-Behandlung an Frau Dr. Friesen, sie erstellt damit eine Registerstudie, von der alle Patienten profitieren, schon lange bevor klinische Studien fertig sind. Frau Dr. Friesen ist die Entdeckerin der Anti-Tumor-Wirkung von Methadon.

 

7.      TMZ+CCNU (CeTeG-Protokoll)

Die neuen, sehr guten Ergebnisse der CeTeG-Studie könnten dazu führen, die TMZ+CCNU Therapie immer beim methylierten Glioblastom einzusetzen, beginnend gleich nach der Operation. Es sollte auch geprüft werden, wie sich diese Therapie mit Methadon weiter verbessern lässt. Allerdings dürften  nur ca. 40 % aller GBM-Tumore eine Methylierung des MGMT-Promotors aufweisen.

 

8.      CUSP9

CUSP9 wird im Abschnitt “Neue Therapien“ ausführlich beschrieben.  CUSP 9 kann prophylaktisch gegen ein Rezidiv und auch zur Behandlung eines Rezidivs eingesetzt werden. Ein Hausarzt oder ein Internist können CUSP9 als individuellen Heilversuch durchführen. Die Kombination mit Methadon ist nicht möglich.

CUSP9 dürfte auch mit der intratumoralen O2-O3-Therapie zu kombinieren sein.

 

                        Wie oft sollten MRT-Aufnahmen gemacht werden ?

 

Gleich nach der Operation wird mit einer MRT-Aufnahme ermittelt, ob noch Tumoranteile zu sehen sind und wenn ja, wie groß diese sind. Mit darauf folgenden MRT-Aufnahmen wird die Wirkung der systemischen Behandlung überprüft. Das erste MRT sollte nicht vor 3 Monaten nach der Operation erfolgen, da sich bis dahin postoperative Narben und etwaiges Tumorgewebe schlecht unterscheiden lassen. Danach sollten MRT-Aufnahmen im Abstand von 6 – 8 Wochen erfolgen. Der heute oft gewählte Abstand von 3 Monaten ist auch nach Ansicht von Ärzten viel zu lang.

 

Glioblastome können ganz plötzlich, aus dem Nichts, anfangen zu wachsen. Je früher man sie entdeckt, umso größer ist die Chance, dass Gegenmaßnahmen wirken. 

 

Bestehen Sie also darauf, dass das MRT im Abstand von 6 – 8 Wochen gemacht wird und nicht im 3-Monats-Abstand. Ich weiß von einem Arzt, dass er sogar mit 6 Wochen beginnt und erst nach einiger Zeit auf 2 Monate übergeht.

 

 

Therapie des Glioblastoms: Worauf kommt es an?

 

Situation heute

Wenn heute ein Glioblastom neu festgestellt wird (“primäres“ Glioblastom), so wird von vielen Ärzten nach dem “Stupp-Protokoll“ behandelt, das wenige Wochen nach der Operation beginnt:

 

6 Wochen gleichzeitig Bestrahlung und Chemotherapie mit Temodal (“RCT“ = Radio-Chemo-Therapie)

6 Monate Chemotherapie (Temodal)

 

Diese ‘Standard-Therapie‘ dauert ca. 7 Monate, bei schlechter werdenden Blutwerten länger, wegen dann notwendiger Pausen.  Danach gibt es keine Behandlungsvorschrift, jeder Arzt handelt dann nach eigenem Ermessen (physician’s best choice).

 

Unter dieser Standard-Therapie kommt der Tumor immer zurück, bei jedem Patienten, und es gibt keine zugelassene Therapie, die den Tumor dann noch aufhält.

 

Das Versagen der Standard-Therapie kommt daher, dass der Tumor nach der OP von Anfang an ständig weiterwächst und so stark wird, dass die Chemotherapie nicht mehr gegen ihn ankommt.

 

Im November 2017 wurden die Ergebnisse der CeTeG-Studie offiziell bekanntgegeben (siehe auf dieser Webseite Rubrik GBM Aktuell November 2017): Durch Addition von Lomustin (=CCNU) zu Temodal kann das mediane Überleben der Patienten mit positiver Methylierung des Tumors deutlich erhöht werden. Für die große Zahl der Patienten mit nicht methyliertem Tumor bleibt es leider bei einem medianen Überleben von etwa einem Jahr. 

 

Um diesem Schicksal zu entgehen, muss man zweierlei tun:

 

1.      Man muss zusätzlich etwas gegen den Tumor tun, z.B. mit Methadon, CUSP9, Photodynamik, intra-tumorales O2-O3. Oder man muss eine ganz andere Therapie als die Standard-Therapie anwenden. Die Standard-Therapie allein funktioniert nicht.

 

2.      Man muss dieses Zusätzliche oder Andere sofort nach der OP einsetzen, damit der Tumor keine Zeit hat, stark zu werden.

 

Es gibt neu entwickelte Therapien, die zwar noch nicht alle Zulassungsverfahren durchlaufen haben, die jedoch aufgrund bisheriger klinischer Erfahrungen eine Aussicht auf Lebensverlängerung oder Heilung erwarten lassen. Einige dieser Therapien sind in der Tabelle “Neue Therapien“ weiter unten angegeben. Jeder Arzt kann diese Therapien im Rahmen eines individuellen Heilversuchs einsetzen.

 

Selbst aktiv sein

Die Erfahrung zeigt: Es ist notwendig, dass Patienten und Angehörigen sich selbst aktiv nach Therapien zusätzlich zu Stupp erkundigen. Sie müssen mit ganzer Kraft darauf hinzuwirken, dass ärztlich alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die diese Therapien bieten. Ohne diese eigene Initiative geht es nicht.

 

Die Hoffnung trügt, dass Dinge wie Ernährungsveränderung, Auswahl einer vermeintlich renommierten Klinik oder das Verlassen auf die erwiesene Widerstandsfähigkeit des eigenen Körpers einen entscheidenden Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben. Auch ich habe mich bei der Krankheit meiner Frau darin getäuscht.

 

Um zu prüfen, ob für einen konkreten Fall eine Anwendungsmöglichkeit für die auf dieser Webseite genannten Neuen Therapien besteht, sollte  man sich direkt an die unter Kontakt/Auskunft genannten Ärzte und Wissenschaftler wenden. Ein persönliches Gespräch ist eine hervorragende Möglichkeit, die Erfolgschancen einer neuen Therapie zu beurteilen. 

 

Scheuen Sie sich nicht, Zweit- oder Drittmeinungen bei anderen Ärzten einzuholen. Prof. Dr. Peter Vajkoczy, Berlin, ermutigt alle Patienten, sich eine Zweitmeinung einzuholen. https://www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag/berlin-2017/impressionen-vom-41-hirntumor-informationstag/podiumsdiskussion-i/

 

Neue Therapien von Anfang an einsetzen

Der Tumor kennt keinen Stillstand. Er breitet sich auch während der Standard-Behandlung aus. Das bedeutet, dass jede additive oder alternative Neue Therapie am besten gleich zu Anfang der Krankheit eingesetzt wird, weil der Tumor dann noch am schwächsten ist. Man darf nicht bis zum Rezidiv warten.

 

Das wissen die Ärzte. So sagt Prof. Wick (Heidelberg) über den Einsatz von Nivolumab: „Sinnvoller wäre es, die Therapie früher anzubieten, also nicht zu warten, bis die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist“ (http://www.gesundheitsstadt-berlin.de/hirntumor-experten-ueber-immuntherapie-da-werden-wir-erfolge-sehen-10348/). Auch eine neuere (12/2017) Veröffentlichung bestätigt: Bisher sind Lebensverlängerungen nur bei der Behandlung von frisch diagnostizierten Patienten erreicht worden, nicht bei Rezidivpatienten https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29133572.

 

Viele Ärzte sagen trotzdem nach der OP: Jetzt fangen wir erst einmal mit der Standard-Behandlung nach Stupp an, kontrollieren alle 3 Monate mit MRT und dann sehen wir weiter. Das ist falsch. Wenn der Patient eine Chance haben soll, muss man mehr tun, und zwar von Anfang an. Alles andere ist ein Warten auf das Rezidiv, für dessen Behandlung zur Zeit keine Standard-Behandlung existiert.

 

Methadon, Photodynamik (PDT) und andere Behandlungen wie Vitamin D werden bereits additiv oder alternativ zur Standardbehandlung beim Primärtumor eingesetzt. Es dürfte medizinisch nichts dagegensprechen, auch CUSP9 bereits während der 5/23 Phase einzusetzen, das dürfte die Chance erhöhen, das Wachstum des Tumors frühzeitig zu bremsen.

 

Rechtzeitig einen Plan B vorbereiten

Wenn man im MRT nichts sieht, ist das keine Entwarnung. Große Teile des Tumors sind so fein verästelt (1/100 mm und kleiner), dass man sie im MRT nicht sieht (Auflösungsgrenze ca. 1 mm). https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/dkfz-pm-15-51-Ein-boesartiges-Netzwerk-macht-Hirntumoren-resistent-gegen-Therapie.php

 

Man muss immer darauf vorbereitet sein, dass ganz plötzlich, aus dem Nichts, ein Rezidiv auftaucht, von dem noch 1 Monat vorher im MRT nichts zu sehen war. Das hat zwei Konsequenzen:

 

Zum ersten muss man engmaschig mit MRT kontrollieren, der übliche Abstand von 3 Monaten ist viel zu groß, manche Ärzte wählen einen Abstand von 1 ½ Monaten; wenn das nicht der Fall ist, muss man darauf bestehen.

 

Zum zweiten darf man keine Zeit damit verlieren, nach dem Auftauchen des Rezidivs nach einer neuen Therapie zu suchen. Man muss schon vorher einen Plan B haben.

Prof. Stummer, Münster, hat das so formuliert: “….Auch hier zeigt sich, dass es sehr wichtig ist, ein Rezidiv möglichst frühzeitig zu erkennen, denn dann bieten sich im Allgemeinen mehr Therapieoptionen. Das heißt auch, dass Patienten nach der Feststellung eines Rezidivs nicht zu viel Zeit bei der Suche nach möglichen Therapien verstreichen lassen sollten.“ https://www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag/berlin-2017/rueckblick-auf-den-41-hirntumor-informationstag/podiumsdiskussion-ii/

 

Es ist eine schlimme Fehlentscheidung, erst einmal eine Therapiepause einzulegen, wenn nach Ende des Stupp-Schemas, also nach den 6 Temodal-Zyklen, nichts im MRT zu sehen ist. Denn der, auf den es ankommt, der Tumor, der macht keine Pause. Jede Therapiepause, auch nach langer rezidivfreier Zeit, gibt dem Tumor Zeit zum Atemholen. Dagegen hilft nur ununterbrochener Therapiedruck.

 

Erfahrung eines Patienten: Zum Thema "im MRT ist nichts mehr zu sehen" habe ich leider folgende Erfahrung gemacht. Bei meiner Frau waren nach ersten Operation noch Tumorreste erkennbar, nach der Bestrahlung war nichts mehr zu sehen.

Der Onkologe verringerte daraufhin die Temodal-Dosierung um ein Drittel. Jetzt, nur wenige Monate später, war der Tumor wieder fast so groß wie bei der Erstdiagnose.

 

Da wissenschaftlich erwiesen ist, dass Temodal nach den 6 Zyklen nicht mehr hilft, muss man nach den 6 Zyklen eine andere Therapie wählen, z.B. Temodal+Methadon, Temodal+CUSP9, O3-O2 intratumoral.

 

Man braucht nicht auf Studien zu warten

Obwohl die Ergebnisse der Standard-Therapie nach Stupp beim Primärtumor katastrophal sind, ist es erstaunlich, dass fast ausschließlich diese Behandlung und nur selten eine alternative oder additive Behandlung eingesetzt wird, was jeder Arzt im Rahmen seiner ärztlichen Therapiefreiheit tun könnte. Er ist auch nicht dadurch gebunden, dass die Standard-Therapie in den ärztlichen Leitlinien als Standard aufgeführt wird: ein Arzt ist nicht verpflichtet, ausschließlich nach den Leitlinien zu behandeln.

 

Wenn ein Arzt einem Patienten mit einer neuen Therapie helfen will, so braucht er auch nicht auf Studienergebnisse zu warten. Er kann im Rahmen seiner ärztlichen Therapiefreiheit die Behandlung wählen, die bei dem zu behandelnden Patienten eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf verspricht. Man spricht dann von einem individuellen Heilversuch. Für individuelle Heilversuche gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze der Patientenzahl, im Gegensatz zu der von Ethikkommissionen vertretenen Ansicht.

 

Der Hauptgrund, keine individuellen Heilversuche durchzuführen, ist, dass man Haftungsansprüche befürchtet, wenn man von der Standard-Therapie abweicht, obwohl die ärztlichen Leitlinien keine haftungsbefreiende Wirkung haben. Im Unterschied zur Behandlung des Primärtumors gibt es beim Rezidiv ausschließlich individuelle Heilversuche, weil dort keine Standard-Behandlung existiert. Es gehört zu meinen freudigen Erfahrungen, dass es durchaus Ärzte gibt, insbesondere, aber nicht nur, bei der Methadon-Therapie, die individuelle Heilversuche durchführen, um dem Patienten zu helfen, und sich nicht von Ängsten leiten lassen, wegen Fehlverhaltens belangt zu werden.

 

 

“Standard“-Behandlung nach Stupp

 

Wie wird heute ein Glioblastom behandelt ?

 

Wenn heute ein Glioblastom neu festgestellt wird (“primäres“ Glioblastom), so wird von vielen Ärzten nach dem “Stupp-Protokoll“ behandelt. Der Name Protokoll soll darauf hinweisen, dass eine genaue Vorschrift besteht, wie im Einzelnen vorzugehen ist. Diese Vorschrift ist in einer klinischen Phase III Studie (EORTC 26981, NCT00006353) erfolgreich geprüft worden (TMZ Studie 2005 Ergebnisse, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19269895  2009). Die Ärztliche Leitlinien von 2014 nennen diese Vorschrift die Standard-Therapie für Glioblastome (Ärztliche Leitlinien zur Gliomtherapie).

 

Das Stupp-Protokoll beginnt nach der Operation (OP, Resektion) des Tumors und besteht aus folgenden Schritten:

 

6 Wochen Chemotherapie mit TMZ, gleichzeitig Bestrahlung (RT), zusammen auch als RCT (Radiochemotherapie) bezeichnet. Dies wird auch als „concomicante“ oder „concurrent“ Behandlungsphase bezeichnet.

4 Wochen Pause

6 Monate TMZ ohne Bestrahlung,  im 5/23 Zyklus (5 Tage TMZ, 23 Tage kein TMZ), dies ist die „adjuvante“ Phase des Stupp-Protokolls, die auch als Erhaltungstherapie (maintenance therapy) bezeichnet wird.

 

Das Kennzeichen des Stupp-Protokolls ist, dass Bestrahlung und Chemotherapie gleichzeitig angewandt werden. Das verlängert die Lebensdauer verglichen mit der Hintereinanderbehandlung. Dieser Vorteil gilt auch für ältere Patienten (> 65 Jahre) mit gutem Gesundheitszustand.

 

Wartezeiten von bis zu  6 - 7 Wochen (Wartezeit Dresden) zwischen der Operation und dem Beginn der Radiochemotherapie könnten unkritisch sein. In den USA wurde gefunden, dass man vor vier Wochen nicht operieren soll, bei Wartezeiten zwischen 4 und 13 Wochen ändert sich das Gesamtüberleben nicht Wartezeit USA.

Beginnt die Bestrahlung früher als 24 Tagen nach der Operation, so wird die Gesamtüberlebenszeit kleiner, Wartezeit Heidelberg, Wartezeit New York

 

TMZ = Temozolomid = Temodal  = Temodar = Temcad

RT = Radiotherapie= Bestrahlung

 

Was ändert sich aufgrund der Ergebnisse der CeTeG-Studie ?

 

Im November 2017 wurde bekanntgegeben, dass sich mit der Kombination TMZ+CCNU(Lomustin) ein längeres Überleben als mit dem Stupp-Protokoll ergibt, wenn eine positive Methylierung des MGMT-Gen-Promotors vorliegt (Kurzform: “MGMT-Status ist positiv“). Einzelheiten finden Sie im vorhergehenden Abschnitt “Glioblastom Aktuell“, November 2017.

 

Das Dosierungsschema ist bei TMZ+CCNU anders als bei Stupp:

 

       CeTeG-Protokoll mit TMZ+CCNU

       Beginn 2 – 5 Wochen nach der Operation

 

         Bestrahlung      : 6 Zyklen Bestrahlung, jeweils 1 Woche lang, 5 Tage pro Woche, insgesamt 60 Gy (genauso wie im Stupp-Protokoll)         Gleichzeitiger Beginn von Bestrahlung und Chemotherapie

         Chemotherapie : 1 Zyklus Chemotherapie, nur 1 Woche lang. Tag 1: CCNU (100 mg/m²), Tag 2 – 6: TMZ (100 mg/m²)

 

                                     Nach dem Ende der Bestrahlung, also nach 6 Wochen:

                                     5 Zyklen Chemotherapie, jeweils 1 Woche lang, Tag 1: CCNU (100 mg/m²), Tag 2 – 6: TMZ (100 mg/m²),

                             im Abstand von 6 Wochen, also 1 Woche CCNU/TMZ , 5 Wochen Pause. (Dosis wie im 1. Zyklus, angepasst an die Verträglichkeit)

 

         Gesamtdauer:     31 Wochen =  217 Tage = 7,1 Monate (genauso lang wie das Stupp-Protokoll)

 

Da das mittlere mediane Überleben (Median Overall Survival OS) durch TMZ+CCNU erheblich verlängert wird, und zwar um 16,5 Monate, dürfte diese neue Therapie bei positivem MGMT bald durchgehend eingesetzt werden. Neu diagnostizierte Patienten sollten mit ihrem Arzt darüber sprechen. Eine eingehende Bewertung der Studienergebnisse ist derzeit noch nicht möglich, da Einzelheiten der Studienergebnisse noch nicht veröffentlicht worden sind.

 

Es könnte sein, dass auch bei negativem MGMT die TMZ+CCNU-Therapie sinnvoll ist https://www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag/berlin-2017/impressionen-vom-41-hirntumor-informationstag/podiumsdiskussion-iii/ , auch wenn frühere Studien dafür keinen Beleg ergeben haben.

 

Temodal muss streng nach Vorschrift eingenommen werden

 

Wenn man Temodal anders einnimmt als im Beipackzettel angegeben, besteht die Gefahr, dass es nicht wirkt.

 

Eine gut lesbare Anleitung zur Einnahme von Chemotherapeutika findet man unter: https://www.hirntumorhilfe.de/hirntumor/hirntumortherapie/chemotherapie/hinweise-zur-einnahme/

Wichtig: 2 Stunden vorher und 1 Stunde nachher nichts essen.

Nützlich sind auch die allgemeinen Hinweise in: http://www.hexal.de/praeparate/arzneimittel-richtig-anwenden/tabletten-kapseln/ und die Angaben im Beipackzettel von Temodal.

 

Was geschieht nach Beendigung des Stupp-Protolls, falls kein Rezidiv aufgetreten ist?

 

Für diesen Fall gibt es keine Behandlungsvorschrift. Zur Frage, was es bringt, wenn man nach dem Ende des Stupp-Protokolls die TMZ-Therapie noch weiter fortsetzt, gab es auf der SNO Konferenz 2015 mehrere Beiträge (20th Annual Society for Neuro-Oncology Annual Scientific Meeting):

 

12 Zyklen Tel-Aviv :             Mehr als 6 TMZ-Zyklen bis 12 Zyklen verlängert die Überlebensdauer nicht, wohl aber die progressionsfreie Zeit (SNO-Konferenz 2015)

            12 Zyklen Tokio:                   Für Patienten, die 12 Zyklen ohne Rezidiv erreichen, ist eine mittlere Lebensdauer von über 6 Jahren erwarten. Mehr  

                                                          als 12 Zyklen bringt keine Verbesserung. (SNO-Konferenz 2015)

            Mehr als 6 Zyklen Seattle     Mehr als 6 Zyklen verlängern die Lebensdauer (SNO-Konferenz 2015), dieses Ergebnis sollte validiert werden.

 

Einen weiteren Beitrag zu dieser Frage gibt es auf dem DGNC-Jahreskongress 2016

 

            Mehr als 6 Zyklen Tübingen         Mehr als 6 Zyklen verlängern das Gesamtüberleben nicht.

 

            Mehr als 6 Zyklen sinnvoll ?        Bei der Auswertung von 154 Krankheitsverläufen durch das Deutsche Gliomnetzwerk konnten keine Daten gefunden werden, mit denen sich mehr als 6 TMZ-Zyklen begründen lassen.   

           

Was bedeutet PET, MRT….. ?

 

Eine kurze Beschreibung der Diagnosemethoden PET, MRT etc. findet man unter : https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/einordnung-fet-pet-pet-mrt-usw-11835.html

 

Pseudoprogression

 

Der Kontrast im MRT kommt dadurch zustande, dass der Tumor die Blut-Hirn-Schranke (BHS) durchlässig macht, sodass das in das Blut eingegebene Kontrastmittel (Gadolinium) an den durchlässig gewordenen BHS-Stellen in das Gehirn gelangt und damit den Tumor markiert. Im MRT-Bild sind die Kontrastmittel (KM) aufnehmenden Bereiche hell. Wenn ein Tumor wiederkommt oder sich vergrößert (Tumorprogress), sieht man das daran, dass sich im MRT-Bild der helle Bereich vergrößert.*

 

Die Blut-Hirn-Schranke ist die Umhüllung der Blutgefäße im Gehirn. Diese Umhüllung verhindert, dass aus dem Blut solche Stoffe in das Gehirn gelangen, die das Gehirn möglicherweise schädigen könnten. 

 

Leider ist es so, dass die Blut-Hirn-Schranke auch durch Behandlungseffekte durchlässig werden kann. Das geschieht durch Bestrahlung (auch in Verbindung mit Chemotherapie) und auch durch Immuntherapie. Man spricht dann von Pseudoprogression. Pseudoprogression ist ein Behandlungseffekt.

 

Pseudoprogress durch Bestrahlung

Bestrahlung (auch in Verbindung mit der Chemotherapie) kann Blutgefäße beschädigen und durchlässig für das Kontrastmittel machen, auch im gesunden Gewebe. Dann entsteht ein Kontrast dort, wo gar kein Tumor ist. Pseudoprogression durch Bestrahlung tritt innerhalb von 3 – 6 Monaten nach der Bestrahlung auf.

 

Man kann versuchen, durch spezielle MRT-Analysetechniken die Pseudoprogression von der echten Progression zu unterscheiden. Eine neue Veröffentlichung dazu findet man unter http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0176528.

 

Ein Tumor kann jedoch nicht nur mit Hilfe einer MRT-Aufnahme festgestellt werden. Bei der PET-Aufnahme wird ausgenutzt, dass ein Tumor einen erhöhten Zuckerumsatz im Vergleich zum gesunden Gewebe hat. Das ist ein grundsätzlich anderes Markierungsverfahren als beim MRT. Es spricht nicht auf Strahlungsschäden an, und ist daher ein Mittel, um eine Progression von einer Pseudoprogression zu unterscheiden. Siehe auch: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28718993 (Our study demonstrates that quantitative PET/MRI parameters in combination with DSC pMRI provide the best diagnostic utility in distinguishing radiation necrosis from tumor recurrence in treated GBMs)

 

Für den Patienten ist es wichtig, darauf zu bestehen, dass der Arzt abklärt, ob ein Progress oder ein Pseudo-Progress vorliegt. Damit vermeidet man, dass Therapien eingeleitet werden, die gar nicht erforderlich sind, z.B. eine Operation, weil man fälschlicherweise eine KM-Anreicherung nicht als Pseudoprogress erkannt hat.

 

Pseudoprogession durch Immuntherapie

Auch bei der immuntherapeutischen Behandlung mit Nivolumab, einem Checkpoint-Inhibitor, kann Pseudoprogression auftreten. In http://neuro-oncology.oxfordjournals.org/content/early/2016/12/29/neuonc.now265.extract; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28039369 wird von einer Nivolumab-Behandlung berichtet, die, obwohl klinisch erfolgreich, von Wachstum des Ödems und der Kontrastmittelaufnahme begleitet war, was mit „immune cell infiltration and inflammation“ in Verbindung gebracht wird. In einem anderen Fall hat man wegen der starken Kontrastmittelzunahme nach Nivolumab operiert und keinen Tumor gefunden.

 

Auch bei der Immuntherapie wird es für möglich gehalten, dass eine Zunahme der Kontrastmittelanreicherung zusammenhängt mit einer durch die Immuntherapie verursachten erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke http://www.brainlife.org/fulltext/2017/Ellingson_BM170405%C2%B0.pdf. Man steht mit Untersuchungen dazu aber erst am Anfang.

 

*Es sollte aber auch gesagt werden, dass bei GBM-Patienten nicht alle Teile der Blut-Hirn-Schranke notwendigerweise durchlässig werden https://doi.org/10.1093/neuonc/nox175 (Is the blood-brain barrier really disrupted in all glioblastomas? – A critical assessment of existing clinical data). Solche Teile dürften nicht im MRT zu sehen sein und sind auch für Anti-Tumor-Medikamente schlecht erreichbar und daher nicht durch sie heilbar.

 

Spätfolgen der Behandlung

In einer neueren (2017)Veröffentlichung wird darauf hingewiesen, dass Behandlungseffekte auch noch sehr spät, 3 Jahre nach der Radiochemotherapie, beobachtet werden können, die klinisch und radiographisch als Tumorprogress erscheinen, bei denen die pathologische Analyse jedoch keinen aktiven Tumor zeigt. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28718307 .

 

Kann man die Standard-Behandlung modifizieren ?    

 

Die mediane Lebensdauer beim Standardverfahren wurde in der Stupp-Studie zu 14,6 Monaten bestimmt. Das ist nur 2 Monate länger verglichen damit, wenn nur bestrahlt wird. So arg viel bringt das Temodal also nicht.

 

Dies führt dazu, dass von einigen Ärzten versucht wird, durch Modifikationen des Stupp-Protokolls zu verbesserten Ergebnissen zu kommen. Modifikationen dürften jedoch nicht ausreichen. Man sollte versuchen, durch grundsätzlich neue Ansätze (additiv oder alternativ) den Tumor stärker zu bekämpfen, unabhängig davon, ob die Kasse das bezahlt oder nicht. Angesichts der schlechten Bilanz der derzeitigen „Standard-Therapie“ können die Patienten meiner Meinung nach dadurch nur gewinnen.  

 

Es ist immer wieder versucht worden, durch Änderung der Dosis und/oder des Einnahmeschemas während der adjuvanten Phase (z.B. tägliche („metronomische“) Einnahme anstelle 5/23) zu einem besseren  Behandlungsergebnis zu kommen. Prof. Herrlinger, Bonn, hat auf der Informationsveranstaltung der Hirntumorhilfe in Würzburg am 29. Oktober 2016 angegeben, all diese Versuche seien leider erfolglos geblieben. In einer Arbeit aus 2011, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28023891 , wird gezeigt, dass mit dem Schema 3 Wochen Temodal - 1 Woche Pause bei halber Dosis keine Lebenszeitverlängerung erreicht wird. 

 

Boswelliasäuren (Weihrauch) sind in geringen Konzentrationen Zellgifte. Man hat jedoch noch nicht herausgefunden, ob diese Eigenschaft therapeutisch gegen das Glioblastom genutzt werden kann. Weihrauch in der GBM-Therapie ?  (2016). Die im Labor (in vitro) nachgewiesene zytotoxische Eigenschaft von Weihrauch könnte es als gerechtfertigt erscheinen lassen, Weihrauch zusätzlich zur Standard-Behandlung einzunehmen, wie es viele Patienten machen.

 

Hin und wieder wird über die Einnahme von Cannabis berichtet. Sehr gute Informationen hierzu findet man auf der Webseite: http://dr-grotenhermen.de/ . Vor kurzem gab es einen Bericht in ARTE, in dem zwei Patienten mit Hirntumor über ihre Erfahrungen berichten. https://www.arte.tv/de/videos/079474-013-A/re-zu-jung-zum-sterben/ . Einer dieser Patienten ist Erik, der Cannabis verwendet. Erik hat einen Blog: http://rummelschubser.de/blog/ .

Im Februar 2017 wurden die interessanten Ergebnisse einer klinischen Studie mit Cannabis bei Glioblastom-Patienten bekanntgegeben:

http://www.cannabis-med.org/german/bulletin/ww_de_db_cannabis_artikel.php?id=505&search_pattern=Glioblastom#1 (Als Suchwort Glioblastom eingeben).

Hingewiesen sei auch auf: https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/cannabis-als-medizin-eine-nuechterne-betrachtung-12836.html .

 

Standard-Behandlung auch für alte Patienten ?

 

Grundsätzlich ja. Nur wenn der Gesundheitszustand nicht gut genug sein sollte, was bei alten Patienten eher vorkommt, kann überlegt werden, auf die kombinierte RCT-Behandlung zu verzichten. Das Alter allein ist kein Ausschlusskriterium.  https://ro-journal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13014-017-0809-9 .

 

In http://www.egms.de/static/de/meetings/dgnc2017/17dgnc533.shtml wurde gefunden :

Frequency of severe complications, dependency and mortality was equally low in both octogenarians and controls, which supports indication for neurosurgery in the elderly.

(Die Häufigkeit schwerer Komplikationen, die Abhängigkeit und die Sterblichkeit waren bei einem mittleren Alter von 84 Jahren ebenso niedrig wie mit 67 Jahren, eine Operation ist also auch im hohen Alter angebracht.)

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30659523 : In 2019 wurde publiziert: Reoperation nach einem Rezidiv hat bei Patienten über 65 Jahren vergleichbare Resultate zu den Resultaten bei jüngeren Patienten.

 

Ödem-Behandlung mit Cortison oder Weihrauch?

 

Gegen ein Hirnödem (Hirnschwellung) wird oft Cortison (Dexamethason) eingesetzt. Es wird auch deswegen gern verwendet, weil es rasch wirkt.

 

Dexamethason hemmt jedoch das körpereigene Immunsystem, sodass dieses nur noch eingeschränkt in der Lage ist, den Glioblastom-Tumor zu bekämpfen. Eine neue Untersuchung* hat nun gezeigt, das Dexamethason in der Tat die Wirksamkeit der TTF- und der Chemo-Therapie bei der Rezidivbehandlung behindert. Bei einer TTF-Behandlung und einer täglichen Dexamethason-Gabe > 4,1 mg wird die Gesamtüberlebenszeit signifikant reduziert, es kann sich dabei um mehrere Monate handeln. (TTF = Tumor Treating Fields)

 

Auch eine Cortisongabe nach der Operation aber noch vor der kombinierten Radiochemotherapie (RCT) verringert die Lebensdauer erheblich, um mehrere Monate **.

 

Es wird auch vermutet, dass Dexamethason das Ausbreiten des Glioblastoms fördert ***.

 

Als Konsequenz aus diesen Ergebnissen sollten Patienten mit dem behandelnden Arzt dringend besprechen, wie die Dexamethason-Dosis so weit wie möglich verringert und durch Weihrauch ersetzt werden kann, wenn eine Ödem-Bekämpfung erforderlich ist. Weihrauch wirkt entzündungshemmend und kann daher gut bei der Ödembekämpfung verwendet werden.

 

Onkopedia-Weihrauch;  Weihrauch-Cortison an der Uni-Klinik Münster;  Weihrauch-Cortison an der Charité

 

*Dexamethasone exerts profound immunologic interference on treatment efficacy for recurrent glioblastoma

ET Wong u.a. Br J Cancer. 2015 Jul 14; 113(2): 232–241. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4506397/ .   http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26125449. Zu dieser Veröffentlichung gibt es eine Anmerkung und eine Antwort auf die Anmerkung.

** https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27444431 , *** https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29328002

 

Krampfanfall (epileptischer Anfall)

Ein Krampfanfall ist nicht nur ein typisches Anzeichen für einen bis dahin nicht entdeckten Hirntumor, ein epileptischer Anfall tritt beim Glioblastom auch zu ca. 30 % aller Fälle während der Behandlung auf. Nach einem Krampfanfall wird der Patient mit Antiepileptika, z.B. Keppra oder Valproat, behandelt. Eine vorbeugende Behandlung mit Antiepileptika (AED Antiepilectic Drug) ist nicht üblich:  Keine Evidenz für den Vorteil einer AED Prophylaxe, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24328881.

Ein Krampfanfall tritt meist plötzlich auf, ohne Vorankündigung. Angehörige müssen sich deshalb unbedingt bei dem behandelnden Arzt rechtzeitig informieren, was sie zu tun haben, wenn ein Patient einen epileptischen Anfall erleiden sollte.

 

Es ist vermutet worden, dass Antiepileptika mithelfen, ein Glioblastom zu bekämpfen. Neuere Untersuchungen haben diese Vermutung nicht bestätigt https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27377653, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26786929 .

 

Das Auftreten von Krampfanfällen wirkt sich nicht auf das Überleben aus  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30888031 .

 

Was ist zu tun, wenn ein Rezidiv auftritt ?

 

Falls der Tumor nach der Operation wiederkommt, falls also ein Rezidiv (recurrence) auftritt, egal ob während der Standardbehandlung oder danach, ist keine Standardtherapie definiert (Ärztliche Leitlinien zur Gliomtherapie 2014).

 

Die ärztlichen Leitlinien empfehlen, dann den Einsatz von nochmaliger Operation, von Chemotherapie und erneuter Bestrahlung zu prüfen.

 

In der Praxis wird bei der Chemotherapie von Ärzten und Kliniken u.a. Temozolomid (“Rechallenge“) und CCNU (Lomustin) + Avastin vorgeschlagen (obwohl in Deutschland Avastin weder in der Primärtherapie noch beim Rezidiv zugelassen ist), daneben auch PCV (Procarbazin, CCNU, Vincristin). Man hält sich an die Chemotherapeutika, die man schon beim primären Glioblastom einsetzt. Das mediane Überleben nach Auftreten des Rezidivs ist bei TMZ und PCV mit etwa 7 Monaten gleich groß TMZ und PCV beim Rezidiv.

 

Avastin allein und in Kombination mit anderen Chemotherapeutika ist nicht besser als Temozolomid allein (Status GBM-Avastin-Therapie 2014); auch Avastin + CCNU ist keine Ausnahme: Avastin+CCNU: keine Verbesserung,  Avastin+CCNU deutsch 2015. Auch wenn man Irinotecan zu Avastin hinzunimmt, wird das Gesamtüberleben nicht geändert. Avastin+Irinotecan 2009,. Avastin+Irinotecan 2016 Eine aktuelle Übersicht über die derzeitigen (Anfang 2016) Therapieoptionen bei einem GBM-Rezidiv findet man in Therapieoptionen Rezidiv Anfang 2016. Die Kassen brauchen Avastin im Rezidiv nicht zu bezahlen: Entscheidung des Bundessozialgerichts 2016: BSG 12/2016 Avastin nicht erstattungspflichtig .

 

Es gibt keine Richtlinien darüber, ob und wie man noch einmal bestrahlen soll, wenn ein Rezidiv auftaucht. In https://ro-journal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13014-017-0928-3 wird der aktuelle Erfahrungsstand (August 2017) angegeben: Die Frage, ob eine Rebestrahlung etwas bringt wird immer noch kontrovers diskutiert, belastbare Studienergebnisse fehlen.

 

Man weiß also nicht, wie man ein Glioblastom-Rezidiv am besten behandelt. Wenn man angesichts dieser Therapiesituation wirklich alle Chancen nutzen will, so muss man Patienten auch mit den Therapien behandeln, die zwar noch nicht die vorgeschriebenen Studien absolviert haben, die jedoch aufgrund bisheriger klinischer Erfahrungen eine Aussicht auf Heilung erwarten lassen.

 

Solche Therapien sind nachstehend unter “Glioblastom-Neue Therapien“ aufgeführt. Jeder Patient sollte in Zusammenarbeit mit Ärzten und Kliniken diese Therapien daraufhin prüfen, welche Chancen sie ihm bieten.

 

Meine Erfahrung ist, dass nur wenige Ärzte Neue Therapien kennen. Man meint als Patient oder Angehöriger oft, dass Glioblastom-Ärzte immer danach Ausschau halten und jeden Strohhalm ergreifen, der beim Glioblastom helfen könnte. Diese Aufgabe muss von den Betroffenen selbst übernommen werden. Dabei darf man sich von einer ablehnenden Haltung des Arztes, egal wie prominent dieser ist, nicht irritieren lassen und sollte bereit sein, zu einem anderen Arzt zu wechseln.

 

Der Arzt erarbeitet dann aufgrund seiner persönlichen Einschätzung für das individuelle Krankheitsbild einen Behandlungsvorschlag. Er kann dabei all die Behandlungen einsetzen, die eine positive Auswirkung auf den Krankheitsverlauf versprechen, ganz unabhängig davon, was andere Ärzte oder Tumorboards empfehlen.

 

Es ist ganz wichtig, dass ein Rezidiv früh erkannt wird. Dann ist es noch klein und die Behandlungschancen sind besser. Wenn das Rezidiv kleiner als 3,5 cm und gut umschrieben ist, kann es im Prinzip mit der Photodynamik (PDT) behandelt werden, und zwar auch dann wenn es konventionell nicht operiert werden kann. Die PDT ist eine wichtige und oft bessere Methode als die Operation. Man kann dies aber nur nutzen, wenn man rechtzeitig das Rezidiv entdeckt. Deswegen darf der Abstand zwischen den Kontroll-MRT höchstens 1 ½ Monate sein.

 

Individueller Heilversuch (Individuelle Heilbehandlung)

 

Individuelle Heilversuche sind keine Forschung und müssen daher einer Ethikkommission nicht zur  Genehmigung vorgelegt werden. In der Praxis sieht das jedoch anders aus, insbesondere in Kliniken. Ethikkommissionen sind bei der Genehmigung von individuellen Heilversuchen mit neuen Therapien sehr restriktiv: Meistens dürfen nur sehr wenige (ca. 10) Patienten behandelt werden, bei einer größeren Zahl wird verlangt, eine Studie durchzuführen.

 

Es gibt eine juristische Dissertation aus dem Jahre 2014, in der dargelegt wird, dass die in Deutschland übliche Praxis, individuelle Heilversuchsreihen nur bis zu ca. 10 Patienten zu genehmigen, rechtlich nicht haltbar ist. https://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/files/3163/F_Huber_Diss_iHvuKe.pdf .Siehe auch http://www.iozk.de/de/news/aktuelles, dort Nachricht vom April 2017.

Individueller Heilversuch und Studie sind zwei verschiedene Dinge. Das eine ist Behandlung, das andere Forschung. Beide können mit vielen oder mit wenigen Patienten durchgeführt werden. Es ist daher falsch, beide anhand der Patientenzahl zu unterscheiden. Für einen individuellen Heilversuch gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze der Patientenzahl.

 

Glioblastom

Neue TherapienÜbersicht und Links

 

Informationen zu den aufgeführten Therapien erhält man mit Hilfe der angegebenen links und von den unter Kontakt/Auskunft angegebenen Ärzten, die individuelle Fragen beantworten und individuell Beratungen anbieten.

 

Über die aufgeführten Neuen Therapien habe ich versucht, mich persönlich gründlich zu informieren. Fast immer bin ich zu den Ärzten und Kliniken hingefahren, z.T. mehrfach,  habe mit den Ärzten gesprochen und weiß daher, dass diese Ärzte mit ihren Therapien den Patienten helfen wollen und über klinische Erfahrungen mit den Therapien verfügen.

 

Wenn etwas unklar ist, so können Sie mit einer email nachfragen: Claus Voigt, c.g.voigt@web.de

 

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O3 / O2

 

Intra-tumorale

Sauerstoff-Ozon-Therapie

 

Einleitung eines Ozon-Sauerstoffgemischs in den Resektionsraum

https://www.spandidos-publications.com/10.3892/ol.2018.9397

Megele, R. u.a. Intra-tumoral treatment with oxygen-ozone in glioblastoma: A systematic literature search and results of a case series.

                Oncology Letters: Published online on: September 5, 2018    

Die Langfassung kann aus dem Link heruntergeladen werden.

 

http://2013.braintumor-berlin.de/node/25

Poster Presentation R. Megele, A. Kleindienst u.a.

Local treatment with Ozone/Oxygen in recurrent glioblastoma results in tumour control at 6 months – a case report

https://www.dr-megele.de/

praxis-pd.megele@gmx.de

megele.r@t-online.de

 

http://www.neurochirurgie.uk-erlangen.de/ueber-uns/wissenschaftliche-mitarbeiter/

andrea.kleindienst@uk-erlangen.de

 

 

Bei der lokalen Ozontherapie wird gleich nach der Operation ein Ozon-Sauerstoff-Gemisch in die Tumorresektionshöhle geleitet. Realisiert wird dies mit einem kleinen unter der Kopfhaut angelegten Reservoir (Rickham-Reservoir), von dem das Gas über einen Katheter in den Resektionsraum injiziert wird, was ca. 5 Minuten dauert. Das Anlegen des Reservoirs ist ein neurochirurgisches Standardverfahren. Das Reservoir wird in der Regel am Ende der Operation des Glioblastoms, d.h. ohne zusätzlichen Eingriff eingesetzt. Das Reservoir wird im Abstand von etwa  4 Wochen nachgefüllt. Es handelt sich prinzipiell um eine Dauertherapie. Die lokale Behandlung mit Ozon/Sauerstoff wurde von den Patienten meist gut vertragen. Anschließend an die Operation wird die konventionelle Stupp-Therapie durchgeführt.

 

Die Ergebnisse der Veröffentlichung vom September 2018 sind:

Es wurden 5 Glioblastom-Patienten behandelt, alle 5 Patienten haben deutlich länger überlebt haben als es mit konventionellen Behandlungen möglich gewesen wäre. Bei vier Patienten wurde die Therapie nach einem Rezidiv eingesetzt, diese Patienten überlebten nach dem Rezidiv 11, 27, 33 und 37 Monate. Zum Vergleich: Die Reoperation liefert als beste Rezidivbehandlung ein medianes Überleben von etwa 12 Monaten. Der fünfte Patient wurde gleich nach der Erstoperation mit Sauerstoff-Ozon behandelt, er hat bis jetzt ohne Rezidiv eine Lebensdauer von 53 Monaten (4,4 Jahre) erreicht. Das Gesamtüberleben nach Erstdiagnose aller Patienten ist 16, 31, 40, 46 und 53 Monate, median 40 Monate (3,3 Jahre), mit dem Stupp-Protokoll erreicht man ein medianes Überleben von 14,6 Monaten (1,2 Jahren).

 

Diese guten Ergebnisse können nicht durch günstige prognostische Faktoren erklärt werden: Bei nur einem Patienten lag eine IDH-Mutation vor, die mittlere MGMT-Promoter-Methylierung wird mit 5% angegeben, so dass man im Mittel von einer fehlenden Methylierung ausgehen muss.

 

Ich bin der Meinung, dass aufgrund dieser sehr guten Ergebnisse jeder GBM-Patient mit der O2-O3-Therapie behandelt werden sollte. Dabei kommt für mich primär die Behandlung gleich bei der Erstoperation in Betracht. Da ein gerade mit GBM diagnostizierter Patient die Therapie nicht kennt, wird es Aufgabe der Neurochirurgen sein, zu prüfen, wie diese Therapie in einem gegebenen Fall am besten eingesetzt werden kann. Individuelle Heilversuche mit der Sauerstoff-Ozon-Therapie haben ein hohes Potential, die katastrophale Therapiesituation beim Glioblastom entscheidend zu verbessern, insbesondere bei fehlender Methylierung. Neurochirurgische Fortschritte haben bisher schon zu deutlichen besseren GBM-Krankheitsverläufen geführt, etwa durch die Verlängerung der Lebensdauer durch Anwendung von 5-ALA bei der Operation und durch die Photodynamik. Ich halte es für möglich, dass das auch mit der Sauerstoff-Ozon-Therapie so sein wird. 

 

Der klinische Einsatz der Therapie  hat begonnen. Wegen Einzelheiten wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Megele.

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Cusp9

Einsatz von 9 Medikamenten, die keine Krebsmittel sind und bereits für andere Zwecke zugelassen sind oder vermarktet werden.

Gleichzeitig mit den 9 Medikamenten wird Temodal eingenommen.

 

Ausführliche Beschreibung CUSP9 2013

 

Ausführliche Beschreibung CUSP9*2014 

 

Presseinformation Uni Ulm Dezember 2016

 

https://en.wikipedia.org/wiki/CUSP9

 

CUSP9 SNO 2017 , CUSP9 SNO 2018

 

Bewertung Zwischenergebnis 2018  Pressemitteilung deutsch SNO 2018

 

CUSP9v3 in der Presse

Prof. Dr. M.-E. Halatsch

 

http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/kliniken/chirurgie/klinik-fuer-neurochirurgie/home/ueber-uns/oberaerzte.html

 

Konzept:

In einem Glioblastom sind wie in allen Tumoren Wirkungspfade des Körpers für Zellvermehrung und -ausbreitung so umfunktioniert, dass ein unkontrolliertes Tumorwachstum entsteht; zugleich entwickelt der Tumor Ausweichmechanismen, um der durch Chemotherapeutika verursachten Apoptose (Zellselbstmord) zu entgehen. Die Antitumorstrategie bestand bisher fast ausschließlich darin, gegen einzelne, ausgesuchte Wirkungs- und Ausweichpfade gezielt Medikamente zu entwickeln (targeted therapy). Dieses Vorgehen ist beim Glioblastom bisher ohne Erfolg geblieben.

 

CUSP9 ersetzt den Einzelangriff durch die Verwendung einer Vielzahl von Medikamenten, damit der Tumor nicht mehr von einem blockierten Wirkungspfad zu einem noch nicht blockierten ausweichen kann. Es wurden systematisch solche Medikamente ausgewählt, die keine Antikrebsmittel sind, die jedoch bei den für ein GBM wichtigen Wirkungs- und Ausweichpfaden therapeutisch wirksam und zugelassen sind. Nachdem im Labor an Tumorzellen die Wirksamkeit des Konzepts gezeigt werden konnte und erste klinische Tests eine gute Verträglichkeit ergaben, begann im Herbst 2014 die klinische Behandlung im Rahmen „Individueller Heilversuche“ an der Uni-Klinik Ulm. Die Ergebnisse sind auf der SNO 2017 vorgetragen worden: https://academic.oup.com/neuro-oncology/article-abstract/19/suppl_6/vi90/4591063?redirectedFrom=fulltext. Sechs von acht Patienten hatten eine Tumorverkleinerung durch CUSP9.

 

Die 9 Medikamente von CUSP9v3 sind:
Aprepitant (Emend)  /  Minocyclin  /  Disulfiram (Antabus, Espéral)  / Celecoxib (Celebrex) /

Sertralin  / Captopril  / Itraconazole  / Ritonavir (Norvir) / Auranofin (Ridaura)

 

Eine CUSP9 Studie begann Ende 2016 in Ulm. Details findet man unter https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02770378?term=CUSP9&rank=1 , http://www.anticancerfund.org/news/press-release-first-patient-enrolled-in-brain-tumor-trial-combining-9-repurposed-drugs-cusp9v3 . An der Studie nahmen nur Patienten mit einem Rezidiv teil.  Zu Anfang erfolgte dabei eine Behandlung in Ulm, danach wurde am Heimatort weiterbehandelt. Bei CUSP9 werden ausschließlich Tabletten eingenommen. Die Studie nimmt jetzt keine Patienten mehr auf, die planmäßige Zahl von 10 Patienten wurde im April 2018 erreicht. Die Studie ist jetzt in der Nachverfolgungs- und Auswertungsphase.

 

Im Forum der Hirntumorhilfe gibt es einen Erfahrungsbericht eines Studienteilnehmers (ehmeff): https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/erfahrungen-mit-cusp9v3-12116.html

Wegen des guten Erfolges (Komplettremission) übernimmt der Sponsor der Studie auch weiterhin die Kosten der Behandlung dieses Patienten.

 

Auf der DGNC-Tagung in Würzburg wurden die Zwischenergebnisse der Studie Stand April 2019 vorgestellt:

 

Conclusion: With close ambulatory monitoring and drug schedule adaptations according to individual side effects, CUSP9v3 appears to be a safe protocol. Assessment of efficiency is preliminary but suggests good tolerability. The 12-month progression-free survival of recurrent disease in this study is 50%. The mean PFS in the survivor-group is 21.5 months. In light of the encouraging results of this proof-of-concept trial, the planning of a phase II trial is already in progress.

 

                                                                                                                                                                           

 

Man sich von einem Arzt seiner Wahl in einem individuellen Heilversuch mit CUSP9 behandeln lassen. Es gibt Fälle, in denen die Krankenkasse diese Behandlung bezahlt.

 

Es sind keine GBM-Biomarker bekannt, die die Anwendung von CUSP9 ausschließen. Daher wird CUSP sowohl bei positiver als auch fehlender MGMT-Promotor-Methylierung eingesetzt. 

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Kontakt / Auskunft

Photodynamik (PDT)

Mit Lasersonden wird im Tumor reaktiver Sauerstoff erzeugt, der den Tumor zerstört

PDT wissensch. Ergebnisse (2013)

Abstrakt SNO Konferenz 2014

Bericht Mirka Dax (2006)

PDT und Langzeitüberleben (2015)

Gute PDT-Ergebnisse bei primären nicht operablen Tumoren (2015)

Prof. W. Stummer

Neurochirurgie Uni Münster

Prof. F.W. Kreth

Neurochirurgie LMU München

 

Bei der PDT wird Laserlicht mit dünnen Lichtleitern durch den Schädel zu den Tumorzellen geführt. Ein Photosensibilisator in den Tumorzellen wird durch die Lichtbestrahlung aktiviert und leitet mit reaktivem Sauerstoff einen toxischen Prozess gegen die Tumorzellen ein. Das PDT-Verfahren hat folgende Eigenschaften:

     -      Es können operable und nicht-operable Tumore bis 3,5 cm behandelt werden, primär oder rezidivierend.

-         Es gibt keine negativen Wechselwirkungen mit Strahlen- oder Chemotherapie.

-         Als unerwünschte Nebenwirkung kann eine Ödembildung auftreten, die allerdings rasch abklingt.

-         Das Behandlungsrisiko entspricht dem einer mehrfachen Biopsieentnahme, entsprechend der Platzierung mehrerer Lichtleitfasern in den Tumor (typisch vier bis acht).

Die PDT wird eingesetzt bei der Behandlung umschriebener, also gut abgegrenzter Tumore. Es liegt langjährige Therapieerfahrung vor.

Um eine genügende Sauerstoffverfügbarkeit zu gewährleisten ist eine vorangegangene Behandlung mit Angiogenesehemmern (z.B. Avastin) ungünstig.

 

In Deutschland wurde bereits vor mehr als 10 Jahren Mirka Dax, eine Langzeitüberlebende, mit der PDT erfolgreich behandelt. Bericht Mirka Dax.

 

In 2014 wurde berichtet, dass bei 7 Gliom-Patienten (davon 5 GBM) die Behandlung eines Rezidivs mit der PDT zu einem Gesamtüberleben von 24 Monaten führte. Abstrakt SNO Konferenz 2014

 

In einem aktuellen Bericht (2015) wird die photodynamische Behandlung von 15 Patienten mit nicht operierbarem primärem Glioblastom mit der konventionellen Resektion operierbarer Glioblastome verglichen. In beiden Fällen wurde nach der Tumorentfernung die Standard-Behandlung mit TMZ  nach Stupp angeschlossen. Die PDT-Patienten hatten nach 3 Jahren eine Überlebensrate von 55 %, bei den konventionell operierten Patienten waren es nur 21 %. Gute PDT-Ergebnisse bei primären nicht operablen Tumoren (2015).

 

Eine beträchtliche Anzahl von PDT-Patienten sind Langzeitüberlebende, über eine mögliche Ursache wird in PDT und Langzeitüberleben berichtet. (SNO-Konferenz 2015, 20th Annual Society For Neuro-Oncology Annual Scientific Meeting And Education Day November 19-22, 2015 - San Antonio Marriott Rivercenter,

 

Für die Behandlung eines Primärtumors mit der PDT gibt es seit Mai 2019 ein Studienankündigung, die auch auf meiner Studienseite www.glioblastom-studien.de aufgeführt ist, mit einer Kurzbeschreibung in Deutsch. (In Englisch:  https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03897491). Ich nehme an, dass die Rekrutierung im Herbst 2019 beginnen wird. Das bedeutet aber nicht, dass man beim Primärtumor auf die PDT-Behandlung verzichten muss. Wie schon bis jetzt kann man sich in München und Münster mit der PDT im individuellen Heilversuch behandeln lassen, sowohl beim Primärtumor als auch beim Rezidiv. Bitte nutzen Sie das aus und fragen in München (Prof. Kreth, Dr. Thon) und Münster(Prof. Stummer) an. Es ist erfreulich, dass in der Studie eine dritte Klinik für PDT-Behandlungen genannt wird, die Klinik für Stereotaxie und funktionelle Neurochirurgie in Köln.  https://stereotaxie.uk-koeln.de/klinik/direktorin-team/oberaerzte.

 

Ich nehme an, dass eine PDT-Studie (NOA11) zu Behandlung von Rezidiven auch noch in diesem Jahr beginnen wird.

 

Nach meinem Eindruck macht es medizinisch keinen Unterschied, ob man sich mit der PDT im individuellen Heilversuch oder in einer Studie behandeln lässt. In beiden Fällen geben die Ärzte ihr  Bestes, um dem Patienten zu  helfen. Es macht also keinen Sinn, auf eine Studie zu warten, das gilt für Primärtumore und für Rezidive gleichermaßen.

 

Man muss allerdings sagen, dass beim Primärtumor die PDT-Behandlung praktisch immer von der Klinik initiiert werden wird, da ein gerade mit GBM diagnostizierter Patient nicht weiß, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Bevor er sich über Behandlungsoptionen informieren kann, ist er schon operiert und dann ist es für die PDT zu spät, es sei denn er wird in München, Münster oder Köln operiert. Aber beim Rezidiv kann die PDT eine gute Option darstellen, wenn das Rezidiv noch kleiner als 3,5 cm und umschrieben ist. Deswegen ist es sehr wichtig, während der Standardbehandlung möglichst oft eine MRT-Kontrolle zu machen, damit im Falle eines Rezidivs dieses noch nicht zu groß ist.

 

Die Photodynamik wirkt, ebenso wie eine OP, nur lokal, dort wo der Tumor im MRT gesehen wird. Die vielen, im MRT nicht sichtbaren Tumorteile werden, ebenso wie bei einer OP, nicht erfasst. Diese müssen durch eine nachfolgende systemische Behandlung bekämpft werden. Das kann z.B. mit CUSP9 geschehen.

 

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Kontakt / Auskunft

 

 

Methadon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kombination aus D,L-Methadon und konventioneller (Temodal) Therapie

 

 

 

 

 

 

http://www.hirntumor.de/forum/index.php/topic,9592.0.html

 

https://www.facebook.com/ Gruppe: Methadon auch ein

Krebsmittel ?

Achtung: Wenn man auf Facebook nach „Methadon“ sucht, erhält man kein Resultat. Man muss eingeben „Krebsmittel“ dann kommt man zu der Gruppe.

Methadon ist verträglich mit der Standard-Therapie 2017

In dieser wissenschaftlichen Veröffentlichung heißt es:

 

D,L-Methadon kann in sicherer Weise mit einer Standard-Gliom-Chemotherapie kombiniert werden ohne dass das Risiko für Toxizität oder für vegetative Symptone wie erhöhter Puls, Schwitzen oder Unruhe erhöht wird.   

 

https://www.jameda.de/gesundheit/krebs/methadon-zur-krebsbehandlung/

 

https://youtu.be/y9zdr8FQTE0

In dieser Sendung vom 28. 6.2017 wurde gesagt, dass Anfang Juni 2017 ein Antrag auf eine Methadon-Studie bei der Stiftung Deutsche Krebshilfe gestellt wurde, im Herbst 2017 könne mit einem Entscheid über den Antrag gerechnet werden.

Studienergebnisse sollten hoffentlich in drei Jahren vorliegen.

Der Antrag wurde abgelehnt

 

https://www.youtube.com/watch?v=T5WMLT5wyoI&spfreload=5

 

Wann ist die Methadonanwendung rechtlich zulässig ?

 

https://www.aeksh.de/aerzteblatt/2017/10

Artikel auf Seite 32

 

D,L-Methadon erhöht den zytotoxischen Effekt konventioneller Krebstherapien 

Frau Dr. Friesen fasst ihre Arbeiten auf Deutsch zusammen.

 

 

Beispiele Methadon bei Hirntumoren 2018

 

 

 

 

Dr. Claudia Friesen

 

Institut für Rechtsmedizin Uni Ulm

 

 

 

 

 

 

Glioblastom

Erfahrungsberichte

 

Die folgenden Erfahrungsberichte sind von Patienten, deren Behandlung ganz entscheidend von ihnen selbst mitbestimmt wurde. Sie haben Therapieempfehlungen kritisch hinterfragt und durch eigene Initiativen und Recherchen auf den  Behandlungsweg wesentlich Einfluss genommen. Eigene Aktivitäten des Patienten und seiner Angehörigen dürften ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Tumorbehandlung sein.

 

Mirka Dax   Erstdiagnose 2001

https://www.hirntumorhilfe.de/fileadmin/inhalte/erfahrungsbericht/Hirntumor-Bericht-Mirka-Glioblastom.pdf

Dieser Erfahrungsbericht, in dem Mirka Dax erfolgreich mit der Photodynamik behandelt wurde, endet im Jahre 2006. Danach ist Mirka Dax weiterbehandelt worden. Mirka Dax ist 2013 gestorben, jedoch nicht am Glioblastom ( https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/nachruf-mirka-dax-7206.html ). Mirka Dax hat mir in 2013 gesagt, das Thema Hirntumor sei für sie abgeschlossen, Mirka Dax war eine Langzeitüberlebende.

 

Peter Luu  Erstdiagnose 2003

https://www.hirntumorhilfe.de/fileadmin/inhalte/erfahrungsbericht/Hirntumor-Bericht-Peter-Glioblastom.pdf

Peter Luu ist heute (2017), 14 Jahre nach der Erstdiagnose, ein Langzeitüberlebender (http://www.peter-luu.de/motivation.html )

 

Jürgen Eggers Erstdiagnose 2006

Am 21.10. 2006 wurde bei mir ein Glioblastom links temporal-parietal festgestellt, ich war damals 29 Jahre alt. Nach wochenlangen Kopf- und Nackenschmerzen bin ich am besagten Tag zuhause zusammen gebrochen.  Mit sehr heftigen Schmerzen, in Begleitung von Tobsuchtsanfällen, wurde ich ins Krankenhaus gebracht.

Im Krankenhaus wurde ein hirneigener Hirntumor festgestellt. Das Ärzteteam entschloss sich auf Grund meiner kritischen Situation sofort zu operieren. Ich danke den Ärzten für diese schnelle Entscheidung. Nach der Operation war der Tumor im MRT nicht mehr zu sehen!

Die erste Therapie im Anschluss war eine Polychemotheraphie (PCV). Diese musste nach dem ersten Zyklus im Januar 2007 abgebrochen werden aufgrund erhöhter Leberwerte. Seitdem bekomme ich hochdosiertes Alphacalcidol in der Menge 2,5 Mikrogramm ( pro Tag ). Es wurde nach der Operation keine Bestrahlung vorgenommen. Ich bekomme nur das Alphacalcidol.

Es geht mir sehr gut mit diesem Medikament. Alle 4 Monate gehe ich ins Krankenhaus zur Kontrolle.  Dort werden ein MRT und ein EEG geschrieben.

Seit der Erstdiagnose ist alles stabil geblieben auf den MRT-Bildern. Der Tumor ist nicht wieder aufgetaucht seit der Operation. Es werden noch Tests gemacht, um zu sehen ob die Nieren gut arbeiten. Diese könnten geschädigt werden ohne diese Kontrollen.

Einige Werte sind zwar grenzwertig aber im Rahmen. Regelmäßige Blutkontrollen werden auch genommen.

Im Ganzen kann ich mit diesem Medikament gut leben. Es beeinträchtigt mich nicht.

 

Frida88 Erstdiagnose 2003

https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/glioblastom-mit-20-jahren-12077.html

27.03.2017 16:10:37
Ich habe die Diagnose Glioblastom im Alter von 33 Jahren bekommen und lebe jetzt schon knappe 14 Jahre damit. Wie schon gesagt wurde: Die Statistik gibt nur einen Mittelwert an und der Krankheitsverlauf ist bei jedem Betroffenen anders, aber der Schrecken und die Angst befallen jeden, der damit zu tun hat...
Ich wünsche die viel Mut und Stärke, lass dich nicht unterkriegen.
Viele Grüße, frida88.

 

Piazzolla Erstdiagnose 2005

https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/ueberleben-nach-glioblastom-11488.html

11.10.2016 11:57:37

Mein Mann bekam die Diagnose 02/2005. Und er ist immer noch da. MRT zeigt nichts Auffälliges. Es war ein schwerer Weg und ist auch nicht ohne Spuren an ihm und mir vorüber gegangen. Aber es gibt sie doch, diese Ausnahmefälle. Und mein Mann ist einer davon.

Alles Gute und nicht die Hoffnung verlieren!!

 

10.01.2018 11:24:09

Hallo, eigentlich müsste ich das Thema ändern in "Überleben mit Glioblastom".

Im Sommer/Juli letzten Jahres hat es ihn/uns wieder erwischt. Nach 7 Jahren Ruhe und Erstdiagnose 2005. Beim Kontroll-MRT war ein ca 6 cm großes Rezidiv entdeckt worden. Das hat uns so geschockt, dass wir den Boden unter den Füßen verloren hatten.

Inzwischen ist mein Mann bei Chemo Nr. 5 angekommen. Das MRT zeigt, dass das Mistding wieder kleiner wird.

Mein Mann hat nach seit der Biopsie eine Rechtsseitenlähmung und kann jetzt gar nicht mehr sprechen. Verstehen tut er alles. GsD. Er hat sich gegen eine nochmalige OP entschieden. Die Gehirn-Biopsie und deren Folgen waren schon schlimm genug.

Alles nicht einfach....

LG Piazzolla

 

 

 

 

Archiv:  Glioblastom – Aktuell

Mai 2019

            7. Juni 2019 Günzburg: Präsentation der neuesten Ergebnisse der CUSP9v3-Studie durch Prof. Halatsch

            Anlässlich des Welthhirntumortages erfahren Sie den aktuellen Stand der CUSP9v3 – Studie. https://www.hirntumorhilfe.de/fileadmin/inhalte/Welthirntumortag/WHT_2019/broschuere_wht-2019_web2.pdf

            Aktuelle Zwischenergebnisse der prospektiven klinischen Studie CUSP9v3 beim Glioblastomrezidiv oder –progress während oder nach Erstlinienbehandlung (Prof. Dr. M.-E. Halatsch)

                14.45 h. Klinik für Neurochirurgie der Universitätsklinik Ulm, Festsaal, Haus 61 b, Ludwig-Heilmeyer-Straße 2, 89312 Günzburg.

 

April 2019

            Informationstag Hirntumore 4. Mai 2019 Berlin

            https://www.hirntumorhilfe.de/fileadmin/inhalte/Infotage/Berlin_04.05.2019/Hirntumor-Infotag_2019_Berlin.pdf 

            Damit Sie als Patient oder Angehöriger möglichst viel vom Informationstag profitieren, beschreibe ich hier meine Erfahrungen aus früheren Informationstagen.          

-          Die Vorträge sind in der Regel klar und verständlich. Jeder Teilnehmer erhält eine gedruckte Zusammenfassung jedes Vortrags, es ist also nicht notwendig, alles mitzuschreiben, man kann sich auf das konzentrieren, was der Redner sagt.

Jeder Teilnehmer kann seine Fragen zum Vortrag auf ausgeteilten Karteikarten aufschreiben, alle Karteikarten werden eingesammelt und die Redner beantworten jede Fragen nach dem Vortrag.

-          Es gibt Fragen, die sind so speziell, dass sie sich nicht dazu eignen, vor dem gesamten Publikum besprochen zu werden. Solche Fragen kann jeder Teilnehmer persönlich mit dem Redner besprechen, das geschieht in besonderen Räumen nach den Vorträgen. Diese Gespräche mit den Referenten sind begehrt, man muss sich also darauf einstellen, einige Zeit zu warten, bis man an der Reihe ist. 

Die Informationstage sind immer hervorragend organisiert.

 

November 2018

            Fallbericht: Erfolgreiche Behandlung mit CUSP9v3

                Ein Teilnehmer der in Ulm laufenden CUSP9v3 Studie berichtet über seine Erfahrungen. Beginn der Behandlung :Nov. 2016, vor 2 Jahren.

Zwei Punkte sind hervorzuheben:

1.       Es gab von Anfang an nur geringe Nebenwirkungen, Stand November 2018: “ Am 02.11.2018 war wieder ein MRT. Weiterhin kein Neuwachstum.“

2.       Aufgrund dieses Erfolges (komplette Remission) finanziert der Sponsor die Behandlung dieses Patienten auch über das Studienende hinaus.

 

https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/erfahrungen-mit-cusp9v3-12116.html

 

                CUSP9 wird weiter unten im Abschnitt “Neue Therapien“  ausführlich beschrieben.

               

                Die CUSP9v3 Studie hat inzwischen die Rekrutierung beendet. Es war eine Studie für GBM-Rezidive. Ein Hausarzt oder ein Internist können CUSP9 als individuellen Heilversuch durchführen, auch

beim Primärtumor. Ein aktueller Zwischenbericht wird auf der SNO 2018 präsentiert, siehe nächste aktuelle Meldung vom November 2018.

 

November 2018

            SNO Konferenz 2018 : Die Abstrakts der eingereichten Konferenzbeiträge können jetzt eingesehen werden: https://academic.oup.com/neuro-oncology/issue/20/suppl_6               

Auf folgende Beiträge weise ich hin:

 

-        Zwischenergebnis der CUSP9v3-Studie, die von November 2016 bis April 2017 rekrutierte und die Sicherheit der Behandlung bei Rezidivpatienten untersuchte.

https://academic.oup.com/neuro-oncology/article/20/suppl_6/vi21/5154229?searchresult=1

Auf dem SNO-Poster heißt es:

With close ambulatory monitoring and drug schedule adaptations according to individual side effects, CUSP9v3 appears to be a safe protocol. Assessment of efficiency is preliminary but suggests good tolerability. The six-month progression-free survival of recurrent disease in this study is 50%. (Die bisherigen Behandlungen weisen CUSP9v3 als sicher aus. 50 % der Rezidivpatienten waren nach 6 Monaten progressionsfrei. Zum Vergleich: wenn TTF im Rezidiv angewendet wird, so sind nach 6 Monaten nur 21% der Patienten progressionsfrei https://academic.oup.com/neuro-oncology/article/18/10/1338/2223050 .)  Die Angaben zur Wirksamkeit sind vorläufig. Weitere Anmerkungen im Abschnitt “Neue Therapien“.

 

Bewertung Zwischenergebnis 2018

Pressemitteilung deutsch SNO 2018

 

-        Die Lebensqualität bei der CeTeG-Therapie (TMZ+CCNU, methylierter Tumor) war während der 4-jährigen Studie nicht geringer als bei der Standard-Therapie (nur TMZ).

https://academic.oup.com/neuro-oncology/article-abstract/20/suppl_6/vi218/5153793?redirectedFrom=fulltext

 

September 2018

                Langes Überleben durch intra-tumorale O2-O3-Behandlung

 

Eine aktuelle Veröffentlichung berichtet über eine ganz neue Therapie, mit der 5 Glioblastom-Patienten behandelt wurden und mit der alle 5 Patienten deutlich länger überlebt haben, als es mit konventionellen Behandlungen möglich gewesen wäre. Bei vier Patienten wurde die Therapie nach einem Rezidiv eingesetzt, diese Patienten überlebten nach dem Rezidiv 11, 27, 33 und 37 Monate. Zum Vergleich: Die Reoperation liefert als beste Rezidivbehandlung ein medianes Überleben von etwa 12 Monaten. Der fünfte Patient wurde gleich nach der Erstoperation mit Sauerstoff-Ozon (O2-O3) behandelt, er hat bis jetzt eine Lebensdauer von 53 Monaten (4,4 Jahre) erreicht. Das Gesamtüberleben aller Patienten ist 16, 31, 40, 46 und 53 Monate, median 40 Monate (3,3 Jahre).

 

Diese guten Ergebnisse können nicht durch gute prognostische Faktoren erklärt werden: Bei nur einem Patienten lag eine IDH-Mutation vor, die mittlere MGMT-Promoter-Methylierung aller Patienten wird mit nur 5 % angegeben (im Mittel unmethyliert).

 

Bei der intratumoralen O2-O3-Behandlung wird gleich nach der Operation ein Sauerstoff-Ozon-Gemisch in die Tumorresektionshöhle geleitet. Realisiert wird dies mit einer kleinen unter der Kopfhaut angelegten Kapsel (Rickham-Reservoir), von dem das Gas über einen Katheter in den Resektionsraum gelangt. Das Anlegen des Reservoirs ist ein neurochirurgisches Standardverfahren.  Das Reservoir wird in der Regel am Ende der Operation des Glioblastoms, d.h. ohne zusätzlichen Eingriff eingesetzt. Das Reservoir wird im Abstand von etwa  4 Wochen nachgefüllt, was etwa 5 min. dauert. Es handelt sich prinzipiell um eine Dauertherapie. Die lokale Behandlung mit Ozon/Sauerstoff wurde von den Patienten meist gut vertragen. Falls schon operiert wurde, kann das Reservoir auch nachträglich eingesetzt werden. Es handelt sich immer um eine Behandlung zusätzlich zur konventionellen Therapie nach Stupp.

 

Ich bin der Meinung, dass aufgrund dieser Ergebnisse jeder GBM-Patient prüfen sollte, ob er mit der O2-O3-Therapie behandelt werden kann. Dabei kommt für mich primär die Behandlung gleich bei der Erstoperation in Betracht. Da ein gerade mit GBM diagnostizierter Patient die Therapie nicht kennt, wird es Aufgabe der Neurochirurgen sein, zu prüfen, wie diese Therapie in einem gegebenen Fall am besten eingesetzt werden kann. Individuelle Heilversuche mit der Sauerstoff-Ozon-Therapie haben ein hohes Potential, die katastrophale Therapiesituation beim Glioblastom entscheidend zu verbessern, insbesondere bei fehlender Methylierung. Neurochirurgische Fortschritte haben bisher schon zu deutlich besseren GBM-Krankheitsverläufen geführt, etwa durch die Verlängerung der Lebensdauer durch Anwendung von 5-ALA bei der Operation und durch die Photodynamik. Ich halte es für möglich, dass das auch mit der intra-tumoralen Sauerstoff-Ozon-Therapie so sein wird.

 

Das Neue an der Therapie ist, dass das Ozon nicht in der bisher üblichen Weise eingesetzt wird: Üblich war bisher eine systemische Behandlung, bei der Blut entnommen, außerhalb des Körpers mit Ozon versetzt und dann wieder injiziert wird. Die jetzt angewendete intra-tumorale O2-O3-Behandlung ist etwas ganz anderes und nur dadurch war ein Erfolg möglich.

 

https://www.spandidos-publications.com/10.3892/ol.2018.9397 und  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30344733 

Megele, R. u.a. Intra‑tumoral treatment with oxygen‑ozone in glioblastoma: A systematic literature search and results of a case series.

                Oncology Letters: Published online on: September 5, 2018  

 

Über einen Teil der Ergebnisse wurde bereits früher auf einer Tagung berichtet: http://2013.braintumor-berlin.de/node/25 Poster R. Megele, A. Kleindienst u.a.

 

Die Therapie ist auf dieser Webseite auch in den Abschnitten “Nach der Diagnose Glioblastom: Wie geht es weiter ?“ und  “Neue Therapien“ beschrieben.

 

September 2018

                Bei einem Rezidiv bringen Nivolumab oder Pembrolizumab keinen Überlebensvorteil

                Das ist das Ergebnis bei 31 Patienten einer Klinik in den USA.

 

                Kurz, SC, u.a. PD-1 inhibition has only limited clinical benefit in patients with recurrent high-grade glioma.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30171077

 

Oktober 2018

                Hirntumor-Informationstag 2018 in Göttingen

                Samstag, 27.10.2018

                https://www.hirntumorhilfe.de/fileadmin/inhalte/Infotage/Goettingen-27.10.2018/Hirntumor-Informationstag_2018_Glioblastom.pdf

                Mit Vorträgen über den aktuellen Stand bei: CCNU+TMZ (CeTeG-Studie) – Methadon – Cannabis

                Sehr vorteilhaft: Man kann alle Ärzte nach deren Vortrag ganz persönlich um Rat fragen.

 

Juli 2018

            Interview mit Frau Dr. Friesen zu Methadon in der Krebstherapie (16.07.2018)

                https://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Schmerzmittel-Methadon-ein-Wundermittel-gegen-Krebs-id51653721.html

 

 

 

 

Juli 2018

            Fallbericht: Erfolgreiche Behandlung mit CUSP9v3

           

            Ein Teilnehmer der in Ulm laufenden CUSP9v3 Studie berichtet über seine Erfahrungen. Beginn der Behandlung :Nov. 2016, vor 18 Monaten.

Zwei Punkte sind hervorzuheben:

3.       Es gab von Anfang an nur geringe Nebenwirkungen, Stand Juli 2018: “Am 13.07.2018 war wieder ein MRT. Weiterhin kein Neuwachstum“

                                                                                             

4.       Aufgrund dieses Erfolges (komplette Remission) finanziert der Sponsor die Behandlung dieses Patienten auch über das Studienende hinaus.

 

https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/erfahrungen-mit-cusp9v3-12116.html

 

                CUSP9 wird weiter unten im Abschnitt “Neue Therapien“  ausführlich beschrieben.

               

                Die CUSP9v3 Studie hat inzwischen die Rekrutierung beendet. Es war eine Studie für GBM-Rezidive. Ein Hausarzt oder ein Internist kann CUSP9 als individuellen Heilversuch durchführen, auch

beim Primärtumor.

 

Mai 2018

            Zwischen-Ergebnisse der DCVax®-L-Studie

            (Impfung mit dendritischen Zellen. Phase III Studie für Primärtumore, 331 Teilnehmer, 232 (70 %) im Impfarm, 99 (30%) im Placeboarm)

 

First results on survival from a large Phase 3 clinical trial of an autologous dendritic cell vaccine in newly diagnosed glioblastoma

                               Liau, Linda M. u.a.

                               Journal of Translational Medicine2018 16:142

                               https://translational-medicine.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12967-018-1507-6

 

Zusammenfassung: Mit dendritischer DCVax-Zellimpfung, zusätzlich zum Stupp-Protokoll, wurde eine mittlere mediane Überlebenszeit (mOS) aller Studienteilnehmer von 23,1 Monaten erreicht, bei positiver bzw. fehlender Methylierung von 34,7 und 19,8 Monaten.

 

Einzelheiten:

Die Impfung beginnt nach Beendigung der 6-wöchigen Temodal-Bestrahlungs-Behandlung des Stupp-Protokolls. Es wurden nur Patienten in die Studie aufgenommen, die zu diesem Zeitpunkt keine Tumorprogression hatten. Patienten, bei denen nur eine Biopsie und keine Operation vorlag (nicht operabler Tumore) wurden ebenfalls nicht aufgenommen. Beide Kriterien bedeuten, dass Patienten ausgewählt wurden, bei denen von vorneherein ein besserer Verlauf zu erwarten ist als bei der Stupp-Studie (http://www.brainlife.org/fulltext/2009/Stupp_R090309.pdf ).

 

Die Studie ist verblindet, d.h. weder Arzt noch Patient wissen, ob ein Patient in den Impfarm oder in den Placeboarm eingeteilt wurde. Die Studie ist noch nicht beendet, die Patienten werden weiter beobachtet, die Verblindung ist noch nicht aufgehoben. Daher ist die vorliegende Auswertung nur vorläufig, sie ist ein Zwischenergebnis.

 

Patienten, bei denen ein Rezidiv auftritt, werden gefragt, ob sie von jetzt an die Impfung haben wollen oder nicht, es wird ihnen aber nicht gesagt, ob sie bisher im Impfarm waren oder nicht. Die meisten Patienten haben ja gesagt. Insgesamt haben bis jetzt 86,4 aller Patienten eine Impfung erhalten, entweder von Beginn an oder nach einem Rezidiv. Der mOS-Wert von 23,1 Monaten schließt alle Patienten ein, also auch die nicht geimpften. Das ist ein Unterschied zu anderen Studien, bei denen, wie z.B. bei Stupp, der mOS-Wert nur für die behandelten Patienten gilt, nicht für die nicht behandelten. Ohne die nicht geimpften Patienten könnte der mOS-Wert bei DCVax  größer werden.

 

Es ist in der Studie erlaubt, dass sich Patienten nach einem Rezidiv zusätzlich zu einer eventuellen Impfung auch mit anderen Therapien behandeln lassen. Das hat etwa die Hälfte aller Patienten getan, die meisten haben Avastin oder CCNU gewählt. Avastin und CCNU allein verlängern das Gesamtüberleben nicht. 

 

Es wurde im ersten Jahr 6-mal geimpft, danach im Abstand von einem halben Jahr.

 

Die Nebenwirkungen waren wie bei früheren Studien mit dendritischer Zellimpfungen gering.

 

Wichtig sind diese Resultate für nicht-methylierte Tumore (ca. 60% als GBM-Tumore). Die erreichten 19,8 Monate sind ein deutlicher Fortschritt gegenüber den 12 Monaten des Stupp-Schemas.

               

                Was kann man jetzt tun?

 

                Viele Patienten werden sich angesichts der guten Zahlen fragen, ob sie sich mit der DCVax-Zellimpfung behandeln lassen sollen. Dazu ist folgendes anzumerken:

               

-          Die Studie ist seit 2015 geschlossen, auch die in Deutschland teilnehmenden Kliniken in Dresden, Stuttgart, Chemnitz, Halle, Hamburg, Heidelberg, Frankfurt, Bonn, Köln nehmen keine Patienten auf.

 

-          Aber selbst wenn eine Klinik nach dem DCVax-Schema behandeln wollte, so geht das nicht, wenn man schon operiert worden ist. Denn es gibt strenge DCVax-Vorschriften, wie das herausoperierte Tumormaterial zu behandeln ist, diese können praktisch nicht eingehalten werden, wenn die OP einige Zeit zurückliegt und woanders durchgeführt wurde. Man muss sich also für eine dendritische Zellimpfung schon vor einer Operation entscheiden.  

 

-          Auch wenn die Zahlen als gut erscheinen, so muss man trotzdem auch andere Therapien mit guten Ergebnissen betrachten:

 

- Die CeTeG-Studie mit Temodal+CCNU erreicht für methylierte GBM-Tumore ein medianes Überleben von 46,9 Monaten, das ist deutlich besser als die für DCVax genannten 34,7 Monate. Warum also impfen ?

 

  (Zusätzlich zum direkten Zahlenvergleich muss man auch die oben beschriebenen speziellen DCVax-Studienbedingungen berücksichtigen: keine Biopsiepatienten, kein Tumorprogress zu Beginn, Einschluss auch der   

  nicht geimpften Patienten.)

 

- D,L- Methadon als Zusatz zu Stupp. Es gibt zwar keine Studien, aber ermutigende Einzelfallergebnisse, über die ich bereits früher berichtet habe (weiter unten GBM-Aktuell April 2018): Dr. Hilscher nannte 11 GBM-

  Komplettremissionen durch Methadon in den letzten 3 Jahren. Auch CeTeG + Methadon ist interessant, auch bei fehlendem MGMT.

 

-          Ganz neu: Gliovax-Studie mit dendritischer Zellimpfung

in Düsseldorf, Bochum, Münster, Duisburg

Beschreibung unter www.glioblastom-studien.de

 

 

März 2018

            Informationstag Hirntumore 21. April 2018 Würzburg

            https://www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag/wuerzburg-2018

 

            Damit Sie als Patient oder Angehöriger möglichst viel vom Informationstag profitieren, beschreibe ich hier meine Erfahrungen aus früheren Informationstagen.

               

-          Die Vorträge sind in der Regel klar und verständlich. Jeder Teilnehmer erhält eine gedruckte Zusammenfassung jedes Vortrags, es ist also nicht notwendig, alles mitzuschreiben, man kann sich auf das konzentrieren, was der Redner sagt.

Jeder Teilnehmer kann seine Fragen zum Vortrag auf ausgeteilten Karteikarten aufschreiben, alle Karteikarten werden eingesammelt und die Redner beantworten jede Fragen nach dem Vortrag.

-          Man weiß natürlich nicht, ob der Redner auf den speziellen Punkt, der einen ganz besonders interessiert, in seinem Vortrag eingehen wird. Der Redner muss ja auswählen, welche Einzelheiten er in seinem Vortrag diskutiert und welche nicht. Falls Sie auf einen Punkt großen Wert legen, so können Sie ja an den Redner schreiben, und ihn bitten, auch Ihr Thema zu behandeln. Vielleicht ist der Redner ja für eine solche Anregung dankbar.

-          Es gibt Fragen, die sind so speziell, dass sie sich nicht dazu eignen, vor dem gesamten Publikum besprochen zu werden. Solche Fragen kann jeder Teilnehmer persönlich mit dem Redner besprechen, das geschieht in besonderen Räumen nach den Vorträgen. Diese Gespräche mit den Referenten sind begehrt, man muss sich also darauf einstellen, einige Zeit zu warten, bis man an der Reihe ist. 

-          Viele Teilnehmer möchten sich gerne austauschen mit anderen Teilnehmern, die ähnliche  Probleme haben. Die Frage ist, wie man einen geeigneten Teilnehmer unter den ca. 400 Besuchern findet. Dazu gibt es zum einen einzelne Thementische vor dem Hörsaal, an denen man zu dem auf dem Thementisch angezeigten Thema diskutieren kann. Sie können es aber auch anders machen. Sie können Ihr Thema, zu dem Sie einen Gesprächspartner suchen, auf ein Schild aufschreiben, sich das Schild umhängen oder auf einem Stab tragen. Darauf könnte z.B. stehen: “Suche Kontakt Akustikneurinom“ oder “Infos zu Cyberknife gesucht“ oder “Halbseitenlähmung, was tun ?“ oder “PNET ?“ Oder “Wie komme ich an eine Reha ?“ oder “ Weihrauch statt Cortison?“

 

Ich bin sehr gespannt auf den Vortrag zum Thema Methadon von Frau Dr. Friesen. Viele GBM-Patienten haben z.T. jahrelange Erfahrung mit Methadon, ich nehme an, dass Frau Dr. Friesen darauf eingehen wird.

 

Die Informationstage sind immer hervorragend organisiert.

 

April 2018

                Methadon: 25 GBM-Patienten leben mit Methadon länger als 3 Jahre

                                       Zusätzlich 11 Komplettremissionen

 

                Auf dem Informationstag der Hirntumorhilfe in Würzburg am 21. April 2018 gab Frau Dr. Friesen an:

                Sie kennt 79 Patienten, die zwischen 2013 und 2018 mit Methadon behandelt wurden, die Überlebenszeiten dieser Patienten sind zur Zeit:

 

                32 < 2 Jahre

35 > 2 Jahre, davon 25 > 3 Jahre, davon 4 > 4 Jahre,  davon 2 > 5 Jahre

 

                Es gab 12 Todesfälle.

 

                Der Arzt Dr. Hilscher nannte die Zahl von 11 GBM-Komplettremissionen bei der Methadon-Behandlung in den letzten 3 Jahren, diese Fälle sind nicht in den 79 Fällen enthalten. 

 

Februar 2018

            https://hanfjournal.de/2018/02/21/krebsbehandlung-cannabis-und-methadon-zusammen-einnehmen/

 

November 2017

            “Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit Methadon in der Krebsbehandlung würde ich an dem Abend, an dem ich eine Krebsdiagnose bekommen würde, fünf Tropfen Methadon nehmen.“

                Dr. Hoffmann, Arzt.

 

                M E T H A D O N

Unverantwortlich oder Chance?

Hans-Georg Hoffmann aus der Diako Fachambulanz Kiel zur aktuellen Diskussion über Methadon gegen Krebs. Eigene Beobachtung von 45 Einzelfällen ‒ keine Studie.

 

https://www.aeksh.de/aerzteblatt/2017/10 Artikel auf Seite 32

 

November 2017

            SNO Konferenz 2017 : Die Abstrakts können jetzt im internet eingesehen werden: https://academic.oup.com/neuro-oncology/issue/19/suppl_6

 

                               Für Patienten in Deutschland

dürften folgende  Beiträge interessant sein:

 

·                     Die Kombination CCNU/TMZ bringt längeres Überleben als TMZ allein (Stupp-Protokoll), bei primären, methylierten GBM-Tumoren.

 

ACTR-58. Phase III trial of CCNU/Temozolmide (TMZ) combination therapy vs. standard TMZ therapy for newly diagnosed MGMT-methylated glioblastoma patients: the CeTeG/NoA-09 trial.

Herrlinge, Ú. u.a.

 

Zu dieser Studie gibt es zur Zeit nur wenige, knappe, offizielle Angaben. Diese sind:

 

1.       Die offizielle Beschreibung der Studie: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01149109?term=CeTeG&rank=1 

Die Studie wurde für Tumore durchgeführt, die eine positive Methylierung des MGMT-Gen-Promotors aufweisen. Ein „positiver MGMT-Status“ kommt bei etwa 40 % aller GBM-Tumore vor.

 

Das CeTeG-Protokoll mit CCNU + TMZ sieht so aus:

 

CeTeG-Protokoll

      Beginn 2 – 5 Wochen nach der Operation

 

       Bestrahlung      : 6 Zyklen Bestrahlung, jeweils 1 Woche lang, 5 Tage pro Woche, insgesamt 60 Gy (genauso wie im Stupp-Protokoll)         Gleichzeitiger Beginn von Bestrahlung und Chemotherapie

       Chemotherapie : 1 Zyklus Chemotherapie, nur 1 Woche lang. Tag 1: CCNU (100 mg/m²), Tag 2 – 6: TMZ (100 mg/m²)

 

                                   Nach dem Ende der Bestrahlung, also nach 6 Wochen:

                                   5 Zyklen Chemotherapie, jeweils 1 Woche lang, Tag 1: CCNU (100 mg/m²), Tag 2 – 6: TMZ (100 mg/m²),

            im Abstand von 6 Wochen, also 1 Woche CCNU/TMZ , 5 Wochen Pause. (Dosis wie im 1. Zyklus, angepasst an die Verträglichkeit)

 

Gesamtdauer:     31 Wochen =  217 Tage = 7,1 Monate (genauso lang wie das Stupp-Protokoll)

 

2.       Der offizielle Abstrakt der SNO-Konferenz:  https://academic.oup.com/neuro-oncology/article/19/suppl_6/vi13/4590343?searchresult=1

Als Ergebnis wird im Abstrakt angegeben: Das mediane Überleben beträgt 37,9 Monate für die Patienten, die an der Studie teilgenommen und mindestens eine CCNU/TMZ-Medikation erhalten haben. Medianes Überleben ist die Zeit, nach der die Hälfte der Patienten nicht mehr lebt (das ist etwas anderes als die durchschnittliche Überlebenszeit aller Patienten).

 

3.       Die an der Konferenz gezeigten Bilder. Diese sind zum Teil veröffentlicht in: https://sno.vids.io/videos/489adcb1181ae4c7c0/daily-highlights-clinical-11-17-17-jing-wu-mov

Als Ergebnis wird auf einem Bild angegeben: Das mediane Überleben beträgt 46,9 Monate.

Dieses ist kein direkter Messwert, sondern ein Wert, der aus den in der Studie direkt erhaltenen Daten errechnet wurde für eine wie auch immer definierte typische Patientenmenge, weil offenbar die 70 Studienteilnehmer des CCNU/TMZ-Zweiges keine typische Patientenmenge darstellen. Bei dieser Errechnung wurde das in solchen Fällen übliche „Inverse probability weighting“ verwendet.     

 

●             Mit CUSP9 wurde eine Tumorverkleinerung bei 6 von 8 Rezidivpatienten erreicht.

 

Das ist das Ergebnis der individuellen Heilversuche, die in Ulm mit der CUSP9-Therapie ab Ende 2015 durchgeführt wurden.

 

Aufgrund dieser ermutigenden Resultate wurde Ende 2016 mit einer CUSP9 Studie für Rezidivpatienten in Ulm begonnen. Ein Teilnehmer dieser Studie berichtet im Forum der Hirntumorhilfe regelmäßig über seine Erfahrungen, nach knapp einem Jahr ist der Tumor praktisch nicht mehr vorhanden (siehe nachfolgende Nachricht vom Oktober 2017 in Glioblastom Aktuell)

 

                EXTH-79. Initial experiences with compassionate-use CUSP9v3/v4 for recurrent glioblastoma.

                                                               Halatsch, M.-E. u.a.

 

https://academic.oup.com/neuro-oncology/article-abstract/19/suppl_6/vi90/4591063?redirectedFrom=fulltext

 

●             Checkpoint-Inhibitoren sind möglicherweise nur effektiv in Kombination mit anderen immuntherapeutischen Behandlungen

 

IMMU-13. PD-L1 expression predicts survival in newly diagnosed glioblastoma patients receiving vaccine immunotherapy but not standard therapy alone.

Joseph DiDomenico u.a.

 

https://academic.oup.com/neuro-oncology/article-abstract/19/suppl_6/vi115/4590567?redirectedFrom=fulltext

 

 

August 2017

            Lokale Ozon-Sauerstoff-Therapie – O3/O2

           

Auf dieser Webseite ist eine weitere “Neue Therapie“ hinzugekommen, die lokale Ozon-Sauerstoff-Therapie (O3/O2). Sie ist weiter unten bei den Neuen Therapien ausführlich beschrieben. Sie ist gut verträglich und kann gleichzeitig mit einer Chemotherapie eingesetzt werden.

 

Anmerkung: Zur Zeit ist leider kein Arzt bereit, diese Therapie anzuwenden. Deswegen wird sie nicht mehr bei den Neuen Therapien aufgeführt, ab April 2018.

 

Oktober 2017

            Fallbericht: Erfolgreiche Behandlung mit CUSP9v3

           

            Ein Teilnehmer der in Ulm laufenden CUSP9v3 Studie berichtet über seine Erfahrungen. Beginn der Behandlung :Nov. 2016, vor 11 Monaten.

Zwei Punkte sind hervorzuheben:

1.       Es gab von Anfang an nur geringe Nebenwirkungen, Stand Oktober 2017: „Die Medikamente vertrage ich auch nach wie vor relativ gut“

                                                                                                Stand 20. November 2017: „Hallo, heute hatte ich wieder ein MRT. Weiterhin kein neues Wachstum.“

2.       Der nach der Operation nachgewachsene Tumor ist praktisch nicht mehr vorhanden.

Aufgrund dieses Erfolges (komplette Remission) finanziert der Sponsor die Behandlung dieses Patienten auch über das Studienende hinaus.

 

https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/erfahrungen-mit-cusp9v3-12116.html

 

                CUSP9 wird weiter unten im Abschnitt “Neue Therapien“  ausführlich beschrieben.

 

September 2017

            Endlich ein Fortschritt: Längere Lebensdauer durch Zusatz von CCNU zu TMZ beim Stupp-Protokoll, bei positiver Methylierung in der Primärtherapie.  

 

https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/breaking-news-fortschritte-in-der-glioblastombehandlung-12606.html

 

2 Jahre nach Rekrutierungsende wurde jetzt das Ergebnis der CeTeG-Studie auf der NOA-Tagung in München vorgestellt.

 

Die Hinzunahme von CCNU (Lomustin) zu Temodal in der Standard-Therapie bei Tumoren mit positiver Methylierung erhöhte das mediane Überleben auf 47 Monate; wenn nur Temodal verwendet wird, war das mediane Überleben 30 Monate.

 

Der Vergleichswert von 30 Monaten ist deutlich höher als der Wert von 23,4 Monate, der von Stupp in 2009 angegeben wurde (Ergebnisse der TMZ-Studie nach 5 Jahren 2009).  Diese Erhöhung dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass sich in der Zwischenzeit andere Behandlungsparameter, wie z.B. die Operationstechnik, verbessert haben.

 

Etwa 1/3 aller Glioblastom-Tumore haben eine positive Methylierung.

 

                Die CeTeG-Studie ist unter www.glioblastom-studien.de beschrieben. Studiendetails findet man in englischer Sprache unter https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01149109?term=CeTeG&rank=1.

 

                Die Ergebnisdaten werden am 17.11.2017 auf der SNO-Tagung in San Francisco zum ersten Mal offiziell vorgestellt werden. https://www.soc-neuro-onc.org/UploadedFiles/2017_SNO_Preliminary_Program.pdf

 

Alle Patienten mit positiver Methylierung sollten meiner Meinung nach sofort die CCNU/TMZ – Therapie einsetzen. Neu diagnostizierte Patienten sollten ohne Verzug mit ihrem Arzt darüber sprechen, es gibt viele Informationen in der Studienbeschreibung und der Arzt kann sich bei Kollegen erkundigen, die Studie wurde an 12 deutschen Kliniken durchgeführt. Patienten, die schon das übliche Stupp-Protokoll begonnen haben, sollten Ihren Arzt fragen, wie die neuen Erkenntnisse in ihre Therapie eingearbeitet werden können.

 

April 2017

            Mehr als 6 TMZ-Zyklen verlängern das Überleben nicht

 

         Wenn ein Patient am Ende des Stupp-Protokolls, also nach Abschluss der sechs 5/28-Temodal-Zyklen, kein Rezidiv hat, so machen manche Onkologen/Kliniken mit Temodal weiter, andere hören damit auf. In mehreren

Veröffentlichungen wurde jetzt durch die Auswertung vieler Krankenverläufe gezeigt, dass das mediane Überleben (OS Median Overall Survival) nicht verlängert wird, wenn man mit Temodal fortfährt.

 

                Mehr als 6 Zyklen verhindern also ein Rezidiv nicht (gemittelt über alle Patienten).  Nach 6 Zyklen ist der Tumor in einem solchen Zustand, dass Temodal ihm nichts mehr anhaben kann.

 

                Oder umgekehrt: Wenn man nach den 6 Zyklen ein Rezidiv verhindern will, muss man mehr tun als mit Temodal behandeln, nur dann hat man ein Chance.

               

Der Tumor wächst weiter, auch wenn das MRT in Ordnung ist. Dieses Wachsen muss man bekämpfen, und da Temodal dazu nicht geeignet ist, so muss man etwas anderes machen. Einfach abwarten, bis ein Rezidiv kommt, ist nicht richtig. Bei den weiter unten aufgelisteten Neuen Therapien sind Behandlungsmöglichkeiten angegeben. 

 

Man kann fragen, warum im Stupp-Protokoll gerade 6 adjuvante TMZ-Zyklen vorkommen und nicht z.B. 12 oder 2 Zyklen. In der Veröffentlichung von Stupp in 2005 wird dazu lediglich rein qualitativ gesagt, dass 6 Zyklen gewählt wurden, um eine ausreichende Einwirkung des Medikaments zu gewährleisten. Eine detaillierte oder gar mit Studien belegte Begründung wird nicht gegeben. Die 6 Zyklen sind also willkürlich festgelegt.

 

Extended Temozolomide for newly diagnosed Glioblastoma: An analysis of the German Glioma network

Gramatzki, D. u.a., Beitrag DRES-13. der SNO Konferenz November 2016

https://academic.oup.com/neuro-oncology/article-abstract/18/suppl_6/vi54/2542234/DRES-13-EXTENDED-TEMOZOLOMIDE-FOR-NEWLY-DIAGNOSED?sid=79639d1f-15f3-4a96-81c1-cf46742fea6b

 

Is more better? The impact of extended adjuvant temozolomide in newly diagnosed glioblastoma: a secondary analysis of EORTC and NRG Oncology/RTOG.

Blumenthal, DT, u.a.  Neuro Oncol. 2017 Mar 24. doi: 10.1093/neuonc/nox025. [Epub ahead of print]

                https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28371907

 

Prolonged Temozolomide Maintenance Therapy in Newly Diagnosed Glioblastoma.

Skardelly, M. u.a., Oncologist. 2017 Mar 30. pii: theoncologist.2016-0347. doi: 10.1634/theoncologist.2016-0347. [Epub ahead of print]

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28360216

 

Mai 2017

            Abstracts der ASCO-Konferenz 2017 jetzt online

 

         In Chicago findet vom 2.-6. Juni die große ASCO-Konferenz statt (American Society of Clinical Oncology). Die Abstrakts können unter http://abstracts.asco.org/199/IndexView_199.html angesehen werden.

                Hingewiesen sei auf;

http://abstracts.asco.org/199/AbstView_199_192154.html Comparison of early versus late onset of cellular immunotherapy in glioblastoma multiforme WHO IV.  Nesselhut, J. u.a.

                               http://abstracts.asco.org/199/AbstView_199_184511.html Retrospective review of safety and efficacy of checkpoint inhibition in refractory high-grade gliomas. Reiss, S. u.a.

                               http://abstracts.asco.org/199/AbstView_199_189316.html Use of immunotherapy in recurrent glioblastoma. Sumrall, A.L., u.a.

 

April 2017

Abstracts der WFNOS-Konferenz  Zürich 2017 jetzt online

 

In Zürich findet Anfang Mai 2017 eine große Konferenz über Neuro-Onkologie statt:  Meeting of the World Federation of Neuro-Oncology Societies (WFNOS).

Abstrakts können unter http://www.abstractsonline.com/pp8/#!/4277 aufgerufen werden. Man kann alle Abstrakts der “Oral Sessions“ und der “Posters“ durch Anklicken einsehen.

Hingewiesen sei auf einen Vortrag mit dem Titel :“OS01.2 - Human glioblastoma arises from normal subventricular zone harboring tumor-initiating mutations“.http://www.abstractsonline.com/pp8/#!/4277/presentation/9   

Darin wird nachgewiesen, dass ein  Glioblastom in einer Subventrikularen Zone (SVZ) entsteht, die an einer anderen Stelle als der Tumor liegt und wie normales (gesundes) Gewebe aussieht, jedoch Tumor-

auslösende Mutationen enthält. Von der SVZ wandern mutierte Zellen zur Tumorstelle.

 

März 2017

            Methadon ist verträglich mit der Standardtherapie

27 Patienten, die zusätzlich zu Standardtherapie mit D,L-Methadon behandelt wurden, haben Methadon bis auf die Anfangsphase gut vertragen. Es scheint so, als ob die progressionsfreie Überlebenszeit mit Methadon verbessert werden könnte.

 

                Safety and Tolerance of D,L-Methadone in Combination with Chemotherapy in Patients with Glioma

                Onken, J., u.a., ANTICANCER RESEARCH 37: 1227-1236 (2017), doi:10.21873/anticanres.11438,

                http://ar.iiarjournals.org/content/37/3/1227.full.pdf+html

 

Januar 2017

            Bei den meisten GBM-Tumoren tritt ein Progress gleich nach der OP, noch vor der RCT-Behandlung auf.

         Eine retrospektive Analyse des Krankheitsverlaufs von 61 Patienten zeigte, dass nach der OP bei 60 % (36) bereits bei Beginn der Radiochemotherapie (RCT) im MRT ein Progress erkennbar war. Bei diesen Patienten ist das

Gesamtüberleben viel kürzer als bei Patienten ohne Progress bei RCT-Beginn. Dieses Ergebnis wird durch eine Veröffentlichung https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28300718 anderer Autoren bestätigt.

 

Early postoperative tumor progression predicts clinical outcome in glioblastoma-implication for clinical trials

Merkel, A. u.a., J Neurooncol. 2017 Jan 18. doi: 10.1007/s11060-016-2362-z. [Epub ahead of print]

http://paperity.org/p/79142289/early-postoperative-tumor-progression-predicts-clinical-outcome-in-glioblastoma ; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28101701

 

Dies zeigt, dass man so früh wie möglich, gleich nach der OP,  mit einer additive/alternativen Behandlung zur Standardtherapie beginnen muss und nicht warten darf, bis ein Rezidiv da ist.

 

Januar 2017

            Nivolumab – ein Fallbericht

         Ein GBM-Patient wurde nach der Standard-Therapie (Stupp) wegen Tumorprogress mit Nivolumab behandelt, bis jetzt fast 2 Jahre lang. Der Tumor hat sich kontinuierlich verkleinert. Die Interpretation der MRT-

Aufnahmen erforderte sehr große Sorgfalt wegen auftretender Ödeme und Pseudoprogression; die Autoren warnen davor, wegen derartiger Probleme die Nivolumab-Behandlung vorzeitig abzubrechen. Die Wirkung von Nivolumab dürfte erst nach einigen Monaten einsetzen.

Dies ist ein Bericht über einen Einzelfall. Ob Nivolumab immer helfen kann, ist noch nicht geklärt und man weiß nicht, welche Tumor-Biomarker das vorhersagen können. Es ist auch wenig darüber bekannt, wie sich eine gleichzeitig gegebene Radiochemotherapie oder Radiotherapie auswirkt, wie es bei den derzeitigen Studien an GBM-Primärtumoren getestet wird. 

Die Studie CheckMate 143 hat ergeben, dass Nivolumab als alleinige Therapie bei einem Rezidiv das Überleben nicht verlängert (3.4.2017).

 

                Long-term control and partial remission after initial pseudoprogression of glioblastoma by anti-PD-1 treatment with nivolumab.

Roth, P. u.a., Neuro Oncol. 2016 Dec 29. pii: now265. doi: 10.1093/neuonc/now265. [Epub ahead of print]

                http://neuro-oncology.oxfordjournals.org/content/early/2016/12/29/neuonc.now265.extract; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28039369

               

November 2016

Die Rekrutierung der CUSP9v3 Studie in Ulm hat begonnen

            https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02770378?term=CUSP9&rank=1. Kontakt: Prof. Halatsch, Neurochirurgie Uni Ulm. Siehe auch Neue Therapien – Übersicht und links

 

November 2016

Abstracts der SNO-Konferenz 2016 jetzt online

Die große internationale neuroonkologische Konferenz der Society for NeuroOncology (SNO) findet vom 17.-20. November in Arizona statt. Die Abstracts können im internet unter http://neuro-oncology.oxfordjournals.org/content/18/suppl_6.toc

eingesehen werden. Man kann sehr einfach nach Begriffen (z.B. Nivolumab) und Autoren suchen.

Hingewiesen sei auf zwei deutsche Beiträge:

   Sind mehr als 6 TMZ-Zyklen sinnvoll ? Bei der Auswertung von 154 Krankheitsverläufen konnten keine Daten gefunden werden, mit denen sich mehr als 6 TMZ-Zyklen begründen lassen.  

 

Um dieses Ergebnis einzuordnen, ist es hilfreich zu fragen, warum im Stupp-Protokoll gerade 6 adjuvante TMZ-Zyklen vorkommen und nicht z.B. 12 oder 2 Zyklen. In der Veröffentlichung von Stupp in 2005 wird dazu lediglich rein qualitativ gesagt, dass 6 Zyklen gewählt wurden, um eine ausreichende Einwirkung des Medikaments zu gewährleisten. Eine detaillierte oder gar mit Studien belegte Begründung wird nicht gegeben.

 

Aus der jetzt vorgelegten Arbeit ergibt sich nun, in Übereinstimmung mit anderen Arbeiten, dass mehr als 6 Zyklen nicht helfen. Sie können ein Rezidiv nicht verhindern, egal ob dieses früh oder spät nach den 6 Zyklen auftritt. Nach 6 Zyklen ist der Tumor in einem solchen Zustand, dass Temodal ihm nichts mehr anhaben kann. Bemerkenswert daran ist, dass der Tumor schon  v o r  dem Auftreten eines Rezidivs nicht mehr mit Temodal beeinflusst werden kann.

 

Das Schlimme ist, dass der Tumor weiterwächst, auch wenn das MRT in Ordnung ist. Dieses Wachsen muss man bekämpfen, und wenn Temodal dazu nicht geeignet ist, so muss man etwas anderes machen. Aber einfach abwarten, bis ein Rezidiv kommt, ist nicht richtig.

 

Es ist unverständlich, warum neue Therapien/Medikamente in Studien zunächst oft erst am Rezidiv getestet werden. Man sollte sie sofort am Primärtumor testen, dann sind die Chancen, dem Patienten zu helfen, viel besser. Es dürfte die Aufgabe von Ethikkommissionen und Zulassungsgremien sein, hierauf hinzuwirken. 

 

                                

   Entwicklungsstand bei Parvoviren          Mit der Kombination von Parvoviren, Avastin und Nivolumab konnte bei drei Patienten eine Verkleinerung des zuvor progredienten GBM-Rezidivs erreicht werden.

                                                                                              Diese Arbeiten wurden im Anschluss an die 2015 beendete Parvovirenstudie (NCT01301430) von Dr. Geletneky (neurochirurgie@mail.klinikum-darmstadt.de, Neurochirurgie Darmstadt) durchgeführt.

 

                Einige Vorträge der SNO 2016 werden in https://virtualtrials.com/SNO_2016_Clinical_Highlights_treatments.cfm mit einigen Einzelheiten besprochen (in Englisch).

 

Juli 2016

Man kann Avastin ohne Risiko ausschleichen oder absetzen (vorläufiges Resultat)

         Eine retrospektive Analyse von 19 Krankheitsverläufen ergab: Wenn man Avastin ausschleicht oder absetzt, ohne dass dies durch einen

Tumorprogesses veranlasst ist, so entsteht dadurch kein erhöhtes Risiko, dass der Tumor wiederkommt oder dass bei Wiederaufnahme der Avastingabe diese dann nicht mehr wirksam ist. (These data indicate that tapering and discontinuation of bevacizumab therapy for other reasons than progression is feasible without an increased risk for tumor rebound or unresponsiveness to reinitiated bevacizumab therapy.)

 

Impact of tapering and discontinuation of bevacizumab in patients with progressive glioblastoma.

Hertenstein A. u.a.

J Neurooncol. 2016 Jul 15. [Epub ahead of print] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27422128

 

März 2016

Helfen die Ergebnisse von Rezidivstudien eigentlich weiter ?

                Es gibt eine neue ausführliche Übersicht über die Studien mit GBM-Rezidiv-Patienten.

                Die Patienten wurden bis zum Rezidiv in den meisten Fällen nach dem Stupp-Protokoll behandelt. Die im Rezidiv eingesetzten Therapien waren

Chemotherapie (Nitrosoharnstoffe NHS  (ACNU, BCNU, CCNU), Temozolomid (TMZ), PCV), Angiogenesehemmung (Bevacizumab (Avastin), Cilengitid), gezielte Therapie (z.B. Sunitinib, Cediranib, Afatinib,) und Immuntherapie (nur vorläufige Ergebnisse).

               

Wichtige Ergebnisse:

-          NHS, TMZ und Avastin  haben in der Einzelanwendung eine vergleichbare Wirksamkeit.

-          NHS und TMZ sind weithin akzeptierte Therapieoptionen

-          Temozolomid dürfte bei einem Rezidiv nur bei MGMT- positiven Tumoren wirksam sein.

-          Avastin ist klinisch wirksam, es ist jedoch nicht sicher, ob Avastin die Gesamtlebensdauer verändert

-          Gezielte Therapien sind hinsichtlich der Wirksamkeit nicht besser als NHS oder TMZ

-          Die Ergebnisse der verschiedenen Hochdosis-TMZ-Therapien unterscheiden sich untereinander sehr wahrscheinlich nur wenig.

-          Das mediane Gesamtüberleben (OS) ist in keiner Rezidivstudie besser als das OS nach dem Stupp-Protokoll.

 

                Therapeutic options in recurrent glioblastoma—An update

                Seystahl, K., Wick, W., Weller, M.

                Critical Reviews Oncology Hematology; March 2016, Volume 99, Pages 389–408

                http://www.croh-online.com/article/S1040-8428(16)30018-X/pdf; http://www.croh-online.com/article/S1040-8428(16)30018-X/abstract

 

 

Was bedeuten diese Ergebnisse?

Mit den Rezidivstudien ist versucht worden, bei einem Rezidiv die Überlebenszeit (OS) über den Wert hinaus zu vergrößern, der bereits vor 10 Jahren mit der Stupp-Studie erreicht worden war. Dieses Ziel wurde mit keiner Therapie erreicht.

 

Man muss daher zu neuen Therapien übergehen. Neue Therapien sollten dann eingesetzt werden, wenn gute klinische Resultate an Patienten vorliegen, auch wenn gute Ergebnisse noch nicht vorschriftsgemäß durch Studien bestätigt worden sind.

 

Zu diesen neuen Therapien gehören CUSP9, Photodynamische Therapie (PDT) und Methadon.

 

Ein Glioblastom dehnt sich während der Standard-Behandlung immer weiter aus und gewinnt bis zum Rezidiv so viel an Stärke, dass ihn die bisher eingesetzten Therapien dann nicht mehr aufhalten können. Wie Glioblastomzellen sich vermehren und ausdehnen ist kürzlich unter dem Mikroskop beobachtet worden: Es bildet sich ein Netzwerk, das gegen die bisher eingesetzten Therapien weitgehend resistent ist. Es besteht aus miteinander verbundenen, dünnen (1 – 2 µm), langen  (bis 500 µm) Fortsätzen von Tumorzellen (Tumor microtubes “TM“), die das Gehirn kolonisieren. Tumorzellen bilden Netzwerke 2015, GBM-Netzwerk:Klinische Relevanz 2016. Diese Veröffentlichungen enthalten auch Bilder, die die Netzwerkbildung veranschaulichen.

 

November 2015

Hydroxyurea verstärkt Wirkung von Temodal

Laborexperimente und Tierversuche (in vitro und in vivo) haben gezeigt, dass die Wirksamkeit von Temodal durch gleichzeitige Gabe von Hydroxyurea (Litalir, Syrea) verstärkt wird, unabhängig vom MGMT-Status. Damit ist die wissenschaftliche Begründung gegeben für die von Dr. Dresemann (Velen) mit diesen Medikamenten durchgeführte Therapie.

               

                Hydroxyurea sensitizes patient-derived glioblastoma tumors to temozolomide irrespective of MGMT status

Teng J. u.a., Posterbeitrag ATPS-84, 20th Annual Society for Neuro-Oncology Annual Scientific Meeting and Education Day, November 19-22, 2015 - San Antonio Marriott Rivercenter (SNO-Konferenz 2015). Hydroxyurea verstärkt die Wirkung von TMZ

 

Oktober 2015

Äußerst stark fraktionierte Bestrahlung bei der Standardbehandlung:

Aussicht auf deutliche Verlängerung der Überlebenszeit bei nicht operablem GBM

In einer klinischen Phase II Studie wurden für Patienten mit nicht operablem Glioblastom eine deutliche Verlängerung der Überlebenszeit um etwa 5 Monate dadurch erreicht, dass in der Radiochemotherapiephase (RCT) die tägliche Bestrahlung auf 3 Bestrahlungen pro Tag aufgeteilt wurde, bei gleicher Gesamtdosis. (Ultra-Fractionated Radiation, 3 mal täglich 0,75 Gray, mindestens 4 h Abstand). Die Methode soll weiter untersucht werden, auch für operable Tumore.

 

A concurrent ultra-fractionated radiation therapy and temozolomide treatment; a promising therapy for newly diagnosed, inoperable glioblastoma.

Beauchesne P. u.a. , Int J Cancer. 2015 Oct 26. doi: 10.1002/ijc.29898. [Epub ahead of print]  http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26501997

 

Oktober 2015

Temodal schon vor der Bestrahlung:

Verlängert dies die Überlebenszeit?

Die Ergebnisse einer klinischen Phase II Studie deuten darauf hin, dass die Überlebenszeit von GBM-Patienten dadurch um mehrere Monate verlängert werden könnte, dass zusätzlich zum Stupp-Protokoll nach der OP Temodal 2 Wochen lang verabreicht wird, bevor mit der kombinierten Strahlungs-Chemo-Therapie (RCT) begonnen wird.

 

Does Early Postsurgical Temozolomide Plus Concomitant Radiochemotherapy Regimen Have Any Benefit in Newly-diagnosed Glioblastoma Patients? A Multi-center, Randomized, Parallel, Open-label, Phase II Clinical Trial

Ying Mao u.a., Chin Med J (Engl). 2015 20th Oct;128(20):2751-2758.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26481741, http://www.cmj.org/text.asp?2015/128/20/2751/167313

 

Oktober 2015

Einsatz von Irinotecan

Die bisherigen Ergebnisse bei Rezidivbehandlungen mit Irinotecan variieren so stark, dass erst gut kontrollierte Studien abgewartet werden sollten, bevor Irinotecan routinemäßig beim Rezidiv eingesetzt wird. 

 

Irinotecan-based regimens for recurrent glioblastoma multiform: a systematic review.

Abdel-Rahman O., Fouad M.

Expert Rev Neurother. 2015 Oct 15:1-16. [Epub ahead of print]  http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26469869

 

September 2015

Bestrahlungdauer könnte bei älteren/schwachen GBM-Patienten kürzer sein

Eine Phase III Studie hat ergeben, dass die Bestrahlungsdauer eines neu diagnostizierten Glioblastoms bei älteren/schwachen Patienten auf 1 Woche verringert werden könnte, ohne dass das Gesamtüberleben und die progressionsfreie Zeit davon beeinflusst werden.

International Atomic Energy Agency Randomized Phase III Study of Radiation Therapy in Elderly and/or Frail Patients With Newly Diagnosed Glioblastoma Multiforme. 

Roa W. u.a., J Clin Oncol. 2015 Sep 21. pii: JCO.2015.62.6606. [Epub ahead of print]  http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26392096 , Einen Kommentar zu diesem Artikel finden Sie unter One and Done: A Week of Radiotherapy for Glioblastoma  http://jco.ascopubs.org/content/early/2015/10/23/JCO.2015.64.0763.full.

August 2015

Wartezeit nach der Operation

Wartezeiten von bis zu  6 - 7 Wochen nach der Operation bis zum Beginn der Radiochemotherapie dürften unkritisch sein.

Impact of waiting time after surgery and overall time of postoperative radiochemotherapy on treatment outcome in glioblastoma multiforme

A.Seidlitz u.a., Radiat Oncol. 2015 Aug 16;10(1):172. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26276734, http://www.ro-journal.com/content/10/1/172

 

TMZ-Wirkmechanismus, neue Erkenntnisse

Mit GBM-Zellversuchen wurde der Wirkmechanismus von Telozolomid untersucht. Als Schlussfolgerung wird für die TMZ-Therapie angegeben: 

“Therefore administration with low doses of TMZ and short time should be considered as optimal therapy”

A New Epigenetic Mechanism of Temozolomide Action in Glioma Cells.  Barciszewska AM u.a. PLoS One. 2015 Aug 26;10(8)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26309255. http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0136669,

 

Juli 2015

Dexamethason – Einfluss auf die Überlebenszeit

Dexamethason verringert die Wirksamkeit der TTF- und der Chemo-Therapie bei der Rezidivbehandlung. Bei einer TTF-Behandlung und einer täglichen Dexamethason-Gabe > 4,1 mg wird die Gesamtüberlebenszeit signifikant reduziert.

Dexamethasone exerts profound immunologic interference on treatment efficacy for recurrent glioblastoma

ET Wong u.a. Br J Cancer. 2015 Jul 14; 113(2): 232–241. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4506397/ .   http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26125449. Zu dieser Veröffentlichung gibt es eine Anmerkung und eine Antwort auf die Anmerkung.

           

Juni 2015

Pilotstudie Photodynamik (PDT): Mehr als 50 % Langzeitüberlebende (> 3 Jahre)  

In einem Konferenzabstrakt wird die photodynamische Behandlung von 15 Patienten mit nicht operablem primären Glioblastom mit der konventionellen Resektion operierbarer Glioblastome verglichen. In beiden Fällen wurde nach der Tumorentfernung/Behandlung die Standard-Behandlung mit TMZ  nach Stupp angeschlossen.

Die PDT-Patienten hatten nach 3 Jahren eine Überlebensrate von 55 %, bei den konventionell operierten Patienten waren es nur 21 %.

Eine so überwältigend hohe Überlebensrate ist viel besser als das, was mit der derzeitigen Standardtherapie erreichbar ist. Mit der PDT können zwar nur Tumore entfernt werden, die umschrieben, d.h. einigermaßen gut gegen das gesunde Gewebe abgegrenzt sind, und zur Zeit ist die Therapie auf Tumore < 3,5 cm beschränkt. Die Tatsache jedoch, dass auch nicht operierbare Tumore entfernt werden können, sowohl als primärer Tumor als auch Rezidiv-Tumor, dürfte aufgrund der jetzt klinisch nachgewiesenen potentiell hohen Überlebensrate dazu führen, dass die Photodynamik beim Glioblastom viel häufiger eingesetzt wird als bisher. Fragen Sie daher bei den Kliniken in Münster und München nach.

Zum Vergleich sei angeführt, dass bei der derzeitigen Standard-Behandlung selbst die Patienten mit der besten Prognose (RPA III, < 50 Jahre, KPS > 90) nach 3 Jahren eine Überlebensrate von nicht mehr 31,5 % haben. Ergebnisse der TMZ-Studie nach 5 Jahren 2009.

 

Interstitial photodynamic therapy for de-novo glioblastoma multiforme WHO IV: a feasibility study

Schwartz Ch.u.a., meeting abstract, Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie. 66. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC). Karlsruhe, 07.-10.06.2015. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2015. DocMI.09.07. 

                Gute PDT-Ergebnisse bei primären nicht operablen Tumoren (2015).